Odyssee geht weiter

"Arctic Sea" kreuzt noch immer ziellos durchs Mittelmeer

Ausland
27.10.2009 16:02
Der Mitte August aus den Fängen mutmaßlicher Ostsee-Piraten befreite Frachter "Arctic Sea" ist immer noch auf Irrfahrt. Weil es nach der Entführung viele Spekulationen um Waffenschmuggel gegeben hatte, war das Schiff bisher von allen Häfen abgewiesen worden. Möglicherweise könnte sich jetzt aber eine Lösung abzeichnen. Dafür wird es auch höchste Zeit, denn an Bord werden die Lebensmittel knapp.

An Bord der "Arctic Sea" seien noch immer der Kapitän sowie drei weitere Besatzungsmitglieder und russische Armeeangehörige. Die Eigentümer hoffen, dass der angeblich mit Holz beladene Frachter für die Übergabe an eine andere Besatzung noch in dieser Woche vor der Küste Maltas endlich Anker werfen darf.

Lässt jetzt Malta das Schiff in einen seiner Häfen?
Die Behörden signalisierten am Dienstag Bereitschaft, die unter maltesischer Flagge fahrende "Arctic Sea" in einen ihrer Häfen zu lassen. Voraussetzung sei aber, dass das reparaturbedürftige Schiff in sicherem Zustand sei. Ein russischer Militärdiplomat teilte nun nach Angaben der Agentur Interfax mit, dass der Frachter in den Schwarzmeerhafen Noworossijsk geschleppt werden müsse, sollte er erneut abgelehnt werden. Die Familien der russischen Seeleute beklagen seit Wochen, dass sie keinen Kontakt zu ihren Angehörigen hätten.

Wenig Essen und kaum noch Wasser
"Arctic Sea"-Kapitän Sergej Sarezki teilte nach Angaben der Seefahrergewerkschaft mit, dass es an Bord zu wenig Essen und kaum noch Wasser gebe. Zudem wisse niemand, wohin die Reise gehe. Elf Mitglieder der Besatzung waren nach wochenlangen Verhören durch den russischen Geheimdienst freigelassen worden. Sie standen zeitweilig im Verdacht, mit den mutmaßlichen Piraten zusammengearbeitet zu haben. Die übrigen Seeleute blieben an Bord.

Weiterhin wilde Spekulationen über Waffenschmuggel
Der Fall um die drei Wochen lang verschollen geglaubte "Arctic Sea" hatte im August einen spektakulären Einsatz von Geheimdiensten aus 20 Ländern ausgelöst. Beim Wiederauffinden des angeblich mit Holz beladenen Frachters hatte auch die NATO auf Bitten Russlands geholfen. Moskau hatte seine Schwarzmeerflotte mit mehreren Kriegsschiffen in Bewegung gesetzt, um die 15 russischen Seeleute aus der Gewalt der Entführer zu befreien. Wegen des immensen militärischen und geheimdienstlichen Aufwands halten sich Gerüchte, an Bord der "Arctic Sea" könnten Waffen für den Nahen Osten geschmuggelt worden sein. Die Piraten wären demnach von Israel oder Russland beauftragte Söldner gewesen, die das Geschäft vereiteln sollten.

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