Spritpreise steigen

"Feiertagszuschlag" pünktlich zum langen Wochenende

Österreich
23.10.2009 15:39
Wer auf dem Weg ins lange Wochenende einen Stopp an der Tankstelle macht, dem wird es gründlich die Laune verderben. Die Treibstoffe in Österreich sind von Donnerstag auf Freitag nämlich weiter gestiegen. "Die Mineralölfirmen haben sich einmal mehr ihren Feiertagszuschlag geholt", kritisiert der ARBÖ. Diesel ist im Schnitt um 1,5 Cent auf 1,016 Euro gestiegen, Super um 1,3 Cent auf 1,111 Euro.

Laut ARBÖ sind die Preise für Diesel und Superbenzin seit 12. Oktober in Rotterdam um 8,6 bzw. 11,16 Prozent gestiegen, an Österreichs Tankstellen jedoch um 11,1 und 13,9 Prozent. "Vor langen Wochenenden und Ferienbeginnen wird hierzulande erhöht, egal, ob diese Erhöhung oder ihr Ausmaß durch die Entwicklung in Rotterdam gerechtfertigt ist oder nicht", heißt es in einer Aussendung des Autofahrerclubs, der zudem anprangert, dass die Politik einfach tatenlos zusehe, "wie sich wenige Multis auf Kosten der Bevölkerung bereichern".

FVMI wehrt sich: "Zahlenspielerei"
Der Fachverband der Mineralölindustrie wehrt sich gegen die Kritik. "Wie schon in der Vergangenheit argumentieren die Autofahrer-Clubs mit Zahlenspielerei. Die internationalen Preise für Treibstoffe, insbesondere bei Benzin, befinden sich jedoch seit den ersten Oktobertagen in einer deutlichen Aufwärtsspirale. Dieser Entwicklung müssen auch die Spritpreise an den Tankstellen Rechnung tragen", so FVMI-Geschäftsführer Christoph Capek am Freitag.

Außerdem würden die Spritpreise in Österreich trotz steigender Tendenz nach wie vor deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegen, bei Super um 11,67 Cent und bei Diesel um 4,55 Cent pro Liter.

Preismonitoring des ÖAMTC
Unterdessen hat der ÖAMTC am Freitag das Ergebnis einer stichprobenartigen Tankstellen-Tour durch Österreich bekannt gegeben. Der Club hat einen Tag lang an elf Standorten in Wien und Niederösterreich sowie sechs in Salzburg die Preisentwicklung dokumentiert. "Die aktuelle Spritpreispolitik der Tankstellen ist bereits hinlänglich bekannt", so ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau. "Morgens mit einem hohen Preis einsteigen, damit er untertags sukzessive gesenkt und dem Mitbewerb angepasst werden kann."

Das Preismonitoring hat diese Praxis bestätigt und die Tragweite an den Tag gebracht: Preiskorrekturen von mehr als drei Cent sind durchaus üblich, Spitzenwerte von bis zu sieben Cent möglich.

"Wer abends tankt, tankt günstig"
"Sowohl bei Diesel als auch bei Benzin wurden die Preise in der Früh eher hoch, nämlich bis zu fünf Cent höher als am Vorabend, angesetzt", erläutert Brandau. "Offensichtlich will man sich für Preissenkungen genügend Spielraum lassen." Im Schnitt senkten die Wiener Tankstellen ihre Preise bei Super und Diesel um etwa drei Cent. "Die Tankstellen in Salzburg senkten ihren Preis bei Diesel durchschnittlich um über drei Cent und bei Super im Schnitt um vier Cent. Eine Tankstelle senkte ihre Preise sogar um beachtliche sieben Cent", berichtet die ÖAMTC-Expertin. "Wer abends tankt, tankt günstiger", lautet das Fazit.

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