22.10.2009 07:42 |

In Büros verschanzt

Geiselnehmer in Kanada gibt nach zehn Stunden auf

Nach zehn Stunden Bangen ist am Mittwoch eine Geiselnahme in Kanada ohne Blutvergießen zu Ende gegangen. Der mit einem Sturmgewehr bewaffnete Geiselnehmer, der mehrere Menschen in seiner Gewalt hatte, ergab sich schließlich der Polizei. Er hatte sich in einem Bürogebäude einer Unfall-Versicherungsanstalt in Edmonton verschanzt.

"Alle sind gesund und wohlauf, niemand wurde verletzt", sagte Polizeisprecher Terry Rocchio. Der Geiselnehmer sei festgenommen worden und werde verhört. Er hatte zunächst acht Personen in seiner Gewalt, ließ sie aber nach und nach frei. Nähere Angaben zur Identität machte die Polizei nicht. Sein Alter wurde auf 35 Jahre geschätzt.

Der Mann hatte um 8.45 Uhr Ortszeit (16.45 Uhr MESZ) das Verwaltungsgebäude gestürmt und sich in einem Konferenzraum im achten Stock verschanzt. Er verständigte selbst die Polizei und bot in einem Telefonat an, eine Geisel gegen Wasser und Zigaretten freizulassen. Ein Polizeiverhandler konnte ihn dann überzeugen, die Geiseln einzeln gehen zu lassen. Eine halbe Stunde, nachdem er die letzte Person freigelassen hatte, gab der Geiselnehmer auf.

Berichte über Schuss nicht bestätigt
In dem Verwaltungsgebäude arbeiten normalerweise 700 Menschen. Die Polizei hatte es nach Beginn der Geiselnahme geräumt und die umliegenden Straßen abgesperrt. Auf Bildern lokaler Fernsehsender war zu sehen, dass das Gebäude von schwer bewaffneten Einsatzkräften der Polizei umstellt wurde. Auch zwei Roboter zur Entschärfung von Sprengsätzen waren zu sehen. Berichte, wonach der Mann zu Beginn der Geiselnahme in der Lobby einen Schuss abgegeben hatte, wurden von der Polizei nicht bestätigt.

Der Geiselnehmer handelte möglicherweise aus Wut auf die Gesundheitsbehörde, berichtete ein Bekannter. Der Mann fühlte sich nach einem Arbeitsunfall in der Bauindustrie um seine Ansprüche gegenüber der Unfallversicherung betrogen und warf dem Amtsarzt vor, ihm bei einer Untersuchung die Bänder im Knie verletzt zu haben.

Vor drei Monaten mit Selbstmord gedroht
Der Geiselnehmer sei "instabil" und "sehr angespannt" gewesen, sagte der Bekannte. Den Mann habe auch ein langwieriger Sorgerechtsstreit mit der Mutter seines Kindes belastet. Erst vor drei Monaten drohte er damit, von einer Brücke in den Saskatchewan-Fluss zu springen. Die Brücke musste drei Stunden lang für den Verkehr gesperrt werden.

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