Do, 19. Juli 2018

Schreck nach dem Jubel

03.03.2018 21:37

Dadic: Statt Silber-Feier mit dem Papa im Spital

Eine große, wilde Feier nach dem historischen WM-Silber? Von wegen! Die Party von Ivona Dadic fiel in Birmingham (vorerst) ins Wasser. Für Ivi, die im Fünfkampf bei der Hallen-WM sensationell Zweite geworden war, hatte ihr Papa Nine absoluten Vorrang. Bis um halb zwei früh war sie mit ihm in der Nacht von Freitag auf Samstag im City Hospital. Ihr Vater ist nämlich zuckerkrank – und er musste dringend mit Insulin behandelt werden. „Es war nicht dramatisch, aber halt aufregend, bis alles geregelt war“, erzählte Ivi der „Kronen Zeitung“.

Der Nachschub an Insulinspritzen war dem Schneechaos in England zum Opfer gefallen. Eine Freundin der silbernen Ivona hätte Insulin aus Österreich mitbringen sollen. Diese Flüge nach England aber wurden abgesagt, sodass der Papa dringend Bedarf an Insulin hatte. Das ganze Umfeld der auf Medaillenkurs liegenden Dadic hatte tagsüber während des Wettkampfs ihr die Problematik verschwiegen. Als die 24-Jaehrige aber nach ihrem großartigen Wettkampf ins Athletenhotel Jurys Inn zurückkam, wurde die geplante Feier mit Mutter Danica, Papa Nine, Freund Dario sowie dem Trainerstab natürlich sofort abgesagt. Aber wegen des Schneechaos war es nicht leicht, ins Krankenhaus zu kommen! Erst nach einer halben Ewigkeit konnten Ivi und ihre Begleitung ein Taxi aufgabeln. Im Spital war dann bald alles geregelt – aber erst um halb zwei waren alle (wieder mit Transportproblemen) zurück im Hotel.

Warum Ivi ihr Silber am Freitag zurückgeben musste
Die Silber-Feier sollte dann in der Nacht von Samstag auf Sonntag nachgeholt werden. Was auch etwas Gutes hatte. Alle vier Österreicher hatten dann ihre Wettkämpfe bei der WM beendet – und Ivi hatte dann endlich auch ihre Medaille selbst in den Händen. Denn nach der Siegerehrung hatte sie ihr Edelmetall wieder abgeben müssen, damit ihr Name in das Silberstück eingraviert werden konnte. Erst am Samstagnachmittag lag dann das „fertige“ Silber für sie bereit. Die erst fünfte Medaille in der Geschichte der Hallen-WM für Österreich.

Im dritten Versuch 6,40 m weit
Nach Silber bei der Hallen-EM im Vorjahr und Bronze bei der EM 2016 also ihre dritte Medaille in Folge. „Ich bin konstanter geworden, in allen Disziplinen“, strahle Ivi, als sich die „Krone“ am Samstag erneut mit ihr, Trainer Philipp Unfried und ihrem Freund Dario traf. Klar, dass sie auch eines Tages einmal Gold gewinnen möchte. „Aber bleiben wir mal schon auf dem Boden der Realität“, wies die WM-Sechste alle in anderen Medien schon kursierenden Hoffnungen auf den obersten Podestplatz deutlich zurück. Mit 4700 Punkten hatte sie sich nur der hohen Favoritin Katarina Johnson-Thompson (GBR) um 50 Zähler in der Arena Birmingham geschlagen geben müssen. Nach ihrem fantastischen Weitsprung von 6,40 m im dritten Versuch aber hatte sie die weitere Konkurrenz im Kampf um Silber im abschließenden 800-m-Lauf sicher im Griff. Dritte wurde Yorgelis Rodriguez (CUB), mit 4637 Punkten doch deutlich zurück.

Jetzt hat Dadic zumindest etwas Zeit, sich in den nächsten Tagen etwas zu entspannen. Doch schnell wird auch die Vorbereitung auf den Sommer kommen, wo in Berlin im August mit der EM der nächste Höhepunkt wartet.

Olaf Brockmann aus Birmingham (Kronen Zeitung)

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