Mo, 10. Dezember 2018

Mehrere Tote

02.03.2018 20:56

Burkina Faso: Anschläge auf Militär und Botschaft

Bei einem Terroranschlag in der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Burkina Faso sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen auch sechs Angreifer. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen soll es sogar rund 30 Tote gegeben haben. Der Angriff richtete sich gegen die Zentrale der Streitkräfte und die französische Botschaft in der Hauptstadt Ouagadougou.

Zwei Quellen in Frankreich und Afrika sprachen am Freitag von mindestens 28 getöteten Soldaten in der Hauptstadt Burkina Fasos, eine weitere von „rund 30“ Toten, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Fünf Soldaten seien bei dem Angriff auf den Sitz des Generalstabs der Streitkräfte getötet worden, zwei weitere bei der Botschaft, wie Regierungssprecher Remis Dandjinou am Freitag sagte. Man könne von einem Terroranschlag sprechen, erklärte er. Ob es auch Opfer unter der Zivilbevölkerung gab, ist noch unklar.

Autobombe explodiert
Freitagfrüh war im Regierungsviertel der Hauptstadt automatisches Feuer zu hören gewesen, etwa aus Maschinenpistolen, wie Reporter berichteten. Vom Gelände des Generalstabs stieg zudem schwarzer Rauch auf, der auf eine Detonation hindeutete. Örtliche Medien berichteten von einer explodierten Autobombe. Auf dem Gelände waren Rettungsfahrzeuge zu sehen, Sicherheitskräfte riegelten das Viertel weitgehend ab. Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, sich von dem Stadtviertel in der Nähe des Amtssitzes des Premierministers fernzuhalten. Spezialeinheiten des Militärs kamen zum Einsatz.

Anti-Terror-Abteilung leitet Untersuchung ein
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verfolge die Lage und werde ständig informiert, hieß es aus Paris. Das Außenministerium habe sofort den Krisenstab einberufen, sagte Minister Jean-Yves Le Drian. Das Auswärtige Amt forderte Reisende auf, „Bewegungen in Ouagadougou vorerst zu vermeiden, in sicheren Unterkünften zu bleiben und die lokalen Medien zu verfolgen“. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein, wie die Behörde bestätigte. Das ist bei Fällen im Ausland üblich, in denen Franzosen Opfer oder Ziel waren.

Der Bürgermeister Ouagadougous, Armand Béouindé, sagte der französischen Zeitung „Le Monde“, es handle sich offenbar um einen Anschlag radikalislamischer Dschihadisten. Zunächst bekannte sich jedoch keine Gruppe zu dem Anschlag. Der Sitz des Generalstabs in der Nähe des französischen Kulturinstituts liegt nur knapp zwei Kilometer westlich der französischen Botschaft. Die Streitkräfte Burkina Fasos wollen sich an einer bis zu 5000 Mann starken neuen Anti-Terror-Truppe (im Rahmen der Regionalorganisation G5 Sahel) zur Bekämpfung radikaler Islamisten in der Sahelzone beteiligen. Diese dient mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida oder der Terrormiliz Islamischen Staat verbundenen Gruppen als Rückzugsgebiet.

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