Nur 132. Platz

Universität Wien in "Times"-Ranking zurückgefallen

Wien
08.10.2009 12:54
Keine guten Nachrichten bringt das jährliche "Times Higher Education World University Ranking" für die österreichischen Unis. Die als einzige heimische Hochschule noch in den Top 200 vertretene Universität Wien ist vom 115. auf den 132. Platz zurückgefallen. Besonders schlecht hat sie erneut beim zahlenmäßigen Betreuungsverhältnis abgeschnitten. Beste Universität im Ranking ist wie im Vorjahr die Harvard University, auf dem Vormarsch befinden sich laut Studienautoren die asiatischen Unis.

Politischen Handlungsbedarf sieht der Rektor der Universität Wien, Georg Winckler, angesichts der Ergebnisse. Wie in Deutschland müsse es "unbedingt ein Exzellenzprogramm geben", die Qualität in Forschung und Lehre müsse dringend gesteigert werden, so Winckler am Donnerstag. Stattdessen beschränke man sich aber hierzulande auf Fragen des Hochschulzugangs und der Gebühren.

Für das kommende Jahr droht laut Winckler ein weiterer Rückfall der Uni Wien. Aufgrund der neuen Gebührenregelung rechne man mit 80.000 statt 70.000 Studenten. Die Verhandlungen über die Leistungsvereinbarungen gingen derzeit "aber nicht in die Richtung, dass wir die Zahl der Professuren entsprechend erhöhen können". Die Uni-Budgets hält Winckler für "nicht ausreichend".

Forscher und Studenten orientieren sich an Ranglisten
Die Bedeutung von Rankings sieht der Rektor nicht zuletzt bei Berufungsverhandlungen steigen: Top-Forscher, aber auch Studenten würden sich durchaus bei der Wahl ihrer Uni daran orientieren, in diesem Zusammenhang hätten die Ranglisten eine selbstverstärkende Wirkung.

Die Top-Universitäten im Ranking haben laut Winckler ein mindestens fünfmal so hohes Budget sowie Zugangsregelungen bzw. Modelle der Studienplatzfinanzierung. Im Vergleich dazu kommen "wir uns vor wie ein Bergsteiger mit mangelnder Ausrüstung, der gleichzeitig noch einen schweren Rucksack tragen muss".

Nicht überbewerten will Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) die schlechten Werte der Uni Wien. Schließlich würden die Lektoren, die in Österreich ein Gros der Lehre bewältigen, in den meisten Ranglisten nicht berücksichtigt, so Hahn. All denen, die sich Spitzenuniversitäten in Österreich wünschten, müsse er sagen: "Alle topgereihten Unis haben Studiengebühren und Auswahlverfahren."

Run auf die Unis durch Abschaffung der Studiengebühren
Durch die Entwicklung bei den Studiengebühren sieht Hahn das Ergebnis in Zukunft weiter verzerrt: "Fakt ist natürlich, dass durch die De-facto-Abschaffung der Studienbeiträge ein Run auf die Unis eingesetzt hat, wir haben mit Beginn des Wintersemesters eklatante Zuwachszahlen". Das bedeute aber nicht automatisch, dass die Akademikerquote dadurch steigen werde: Vor Einführung der Studiengebühren sei die Zahl jener Studenten, die keine einzige Prüfung im Semester abgelegt hatten, bei 40 Prozent gelegen. Nach Einführung der Studiengebühren seien es nur noch 15 Prozent gewesen.

Für die Rangliste wurden sechs verschieden gewichtete Kriterien berücksichtigt: Hauptfaktor ist eine Bewertung von rund 10.000 Wissenschaftern aus aller Welt, welche die besten Unis in ihrem jeweiligen Fachgebiet genannt haben ("Academic Peer Review"). Weitere Kriterien sind die Bewertung durch Arbeitgeber, das Zahlenverhältnis zwischen Beschäftigten und Studenten, die Relation von wissenschaftlichen Zitaten zur Zahl der Beschäftigten sowie der Prozentsatz ausländischer Forscher und Studenten.

Top-Wert in jeder Kategorie sind 100 Punkte. Während die Uni Wien etwa bei der "Peer Review"-Bewertung respektable 86 Punkte erreichte, kam sie beim Betreuungsverhältnis nur auf 13 Punkte. Die TU Wien und die Uni Innsbruck sind bereits in den vergangenen Jahren aus den Top 200 gefallen.

Über eine Verbesserung in einem anderen Ranking kann sich dagegen die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien freuen. Die "Financial Times" reihte in dieser Woche das Studium der Internationalen Betriebswirtschaft an der WU auf Rang 16 ihrer heurigen "Masters in Management"-Rangliste. Damit verbesserte sich die WU um zwei Plätze.

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