Grasser griff seinen ehemaligen Kabinettsmitarbeiter heftig an, der durch ein Interview im "profil" die Affäre ins Rollen gebracht hatte. Dieser Mitarbeiter, Michael Ramprecht, sei nur frustriert, weil Grasser sein Mandat als Geschäftsführer der Bundesbeschaffungsagentur nicht verlängert habe. Ramprecht hätte damals jederzeit die Möglichkeit gehabt, ihn, Grasser, "direkt zu fragen", was er wolle.
Ramprecht ein "angeschossenes Raubtier"
Das habe Ramprecht nie getan, aber Grasser hätte ohnehin nur geantwortet, dass er sich die Ermittlung des "Bestbieters" wünsche, sagt Grasser. Ramprechts Aussagen seien "völlig unglaubwürdig. Vergessen Sie das einfach", so Grasser, der auch aus einem E-Mail Ramprechts aus dem Jahr 2006 vorlas. Demnach habe sich Ramprecht selber als "angeschossenes Raubtier" bezeichnet, das "ganz ganz unangenehm werden" könne.
"Ich sehe den von Herrn Grasser angedrohten Klagen mit allergrößter Gelassenheit entgegen und habe bereits meinen Anwalt beauftragt, seine in der Öffentlichkeit getätigten Aussagen einer rechtlichen Prüfung zu unterziehen" schrieb jedenfalls Ramprecht in einer Stellungnahme an den ORF am Dienstag. "Eine menschliche Bewertung der Person Grasser und seiner verzweifelten, wilden Rundumschläge" sollen sich die Zuseher der "ZiB2" selber machen, schreibt Ramprecht, der bestätigt, dass er "alle relevanten Vorgänge" bei der Staatsanwaltschaft zu Protokoll gegeben habe und ankündigt, keine weiteren Stellungnahmen in der Öffentlichkeit abzugeben.
"Hätten auch um zwei Milliarden Euro verkauft"
Grasser wies bei der Pressekonferenz hingegen Vorwürfe zurück, das Verfahren habe einen zu geringen Preis erbracht. Die Rendite für den Käufer sei bei nur 4,1 Prozent gelegen, international hätten Käufer bei vergleichbaren Wohnungspaketen Renditen von 4,7 bis 8 Prozent erzielt. "Wir hätten auch um zwei Milliarden Euro verkauft, wenn es jemand gezahlt hätte", so Grasser. Das Vorkaufsrecht für das Land Kärnten sei politisch nötig gewesen, da in der "Realverfassung" in Zeiten der Schwarz-Blauen Koalition ein Wunsch des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider nicht ignoriert werden konnte. Und Haider habe gegen den möglichen Verkauf Kärntner Wohnungen ins Ausland gewettert und habe dafür besänftigt werden müssen.
Grasser ruft auch die Mitglieder der zwei Vergabekommissionen als Zeugen auf, dass bei dem Deal alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Bisher haben diese allerdings jede öffentliche Stellungnahme verweigert - sie sind auch an die Schweigepflicht gebunden. Grasser wieder sagte, er hätte gerne Mitglieder der Vergabekommission zur Pressekonferenz mitgebracht, aber diese würden wohl lieber Golf spielen, als sich am frühen Morgen den Fragen der Presse zu stellen.
Auch die Rohfassung der Antworten des Finanzministeriums an den Rechnungshof, in der laut Grasser für ihn entlastende Aussagen enthalten wären, ist Verschlusssache und kann laut Finanzministerium nicht veröffentlicht werden.









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