Mo, 16. Juli 2018

Coach bei Kukesi

16.02.2018 11:47

Pacult: „Hier gibt es nur Extreme“

Peter Pacult genießt in Albanien großen Respekt, steht mit Kukesi im Cup-Halbfinale und soll in der Liga zumindest die Top 3 halten. In Tirana fehlt es dem Wiener an nichts, gespielt wird aber in den Bergen.

Unser Brasilianer hat geglaubt, er muss zaubern, anstatt das Tor zu machen.“ Seinen lockeren Spruch hat Peter Pacult nicht verloren. Nur ein paar graue Haare kamen dazu. Zuletzt am Mittwoch, als sich sein FK Kukesi mit 1:0 ins Cup-Halbfinale mühte. Egal, Hauptsache Titelverteidiger KF Tirana eliminiert. Der Wiener ist angekommen.

Respekt vor dem Namen Pacult
Nach Zavrc (Slo), Cibala (Kro) und Nis (Ser), wo er trotz Erfolg rausgemobbt wurde, jetzt also Albanien. Wobei den 58-Jährigen die Aufzählung nervt: „In Österreich hängen sie dir die letzten zwei Stationen an. Aber hier denkt man an die Erfolge mit Rapid und in Leipzig, hat man Respekt vor dem Namen Pacult.“

Daher zögerte er im Winter nicht: „Ich kannte ja das Land, die Mentalität. Typisch südländisch. Es gibt nur Extreme. Ich weiß, worauf ich mich einlasse.“ Auch wenn der Präsident von Kukesi, vom regierenden Meister, noch von der Titelverteidigung träumt. Bei 14 Punkten Rückstand auf Skenderbeu, bekannt aus der Europa League, zwar unrealistisch. Aber Platz drei soll(te) zu halten sein. „Die Liga ist sonst sehr eng, das Niveau gut“, so Pacult.

Der so wie seine Spieler in Tirana lebt und trainiert. „Es fehlt hier an nichts.“ Denn Kukes ist ein kleines Bergstädtchen, 140 Kilometer entfernt. „Früher gab’s keine Autobahn, war es eine Weltreise, man komplett abgeschnitten“, erzählt Pacult.

Ein Lkw zum Räumen
Der sich mit dem Sportdirektor auf Deutsch blind versteht, sonst aber fast auf sich alleine gestellt ist, noch einen Co-Trainer aus Wien nachholen will. Aber die Kommunikation auf Englisch funktioniert. Seine Handschrift kann man lesen. Trotz Umstellung: Die Plätze sind klein, eng, fast alle mit Kunstrasen. Was in Kukes auch notwendig ist. Denn im Winter versinkt der Ort im Schnee. „Dann fährt ein Lkw zum Räumen auf den Platz“, grinst Pacult.

Zunächst wartet aber der Hit gegen Partizani. Also in Tirana. Quasi vor der Haustür.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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