So, 19. August 2018

Missbrauchsskandal

09.02.2018 13:30

VP-Politiker arbeitete sogar als Kinderbetreuer!

Mindestens 13 Kinder und Jugendliche soll ein mittlerweile aus der Volkspartei ausgeschlossener Stadtrat aus dem niederösterreichischen Bezirk Gänserndorf für perverse Sexspiele missbraucht haben. Jetzt stellte sich heraus: Der 37-Jährige war über mehrere Jahre hinweg sogar in SOS-Kinderdörfern als Betreuer für Mädchen und Buben tätig.

Aufgeflogen war der Politiker, nachdem sich ein heute 14-jähriges Opfer seinen Eltern anvertraut hatte - die "Krone" berichtete. Kurz darauf klickten für den VP-Stadtrat die Handschellen. Aus der Partei wurde er umgehend ausgeschlossen. Und dennoch bleiben Fragen offen: Was wusste der Bürgermeister?

Wilde Alkoholexzesse mit Kindern
"Nichts", sagt dieser auf Anfrage. Doch bereits seit 2006 wurde das Gemeindeoberhaupt immer wieder von Politikern - auch aus der eigenen Partei - darauf hingewiesen, dass der nun verhaftete studierte Pädagoge zumindest wilde Alkoholexzesse mit Kindern und Jugendlichen feierte. Auch entsprechende Gerüchte über einen möglichen sexuellen Missbrauch kursierten seit Jahren in der Gemeinde. Auf diese Fakten angesprochen, schweigt der Rathaus-Chef allerdings.

"Wie kann es sein, dass angeblich niemand etwas gewusst haben will? Es gab über die Jahre viele Hinweise", meint auch eine besorgte Mutter. Ebenfalls ans Licht kam, dass der mutmaßliche Sextäter (es gilt die Unschuldsvermutung) ab 2008 in verschiedenen SOS-Kinderdörfern sowie anderen Jugendeinrichtungen als Betreuer tätig war.

"Werde aufpassen, dass nichts vertuscht wird"
Der Wiener Top-Jurist Johannes Bügler, der eines der Opfer des mutmaßlichen Kinderschänders vertritt, fordert jedenfalls volle Aufklärung: "Wir werden ganz genau aufpassen, dass hier nichts vertuscht wird."

Denn immerhin seien besorgte Eltern in mindestens zwei Fällen von der Polizei abgewimmelt worden, weiß der Anwalt zu berichten.

Patrick Huber, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.