So, 19. August 2018

Wien als Vorbild:

09.02.2018 06:10

Die Lokalbahn benötigt rasch neue Garnituren

Was sich beim Gewalze in der mit festlichen Doll-Blumen geschmückten Wiener Staatsoper in der Nacht auf heute abspielte, lesen Sie im ADABEI. Vielleicht haben Gäste aus Salzburg auch einen Blick auf die andere Straßenseite riskiert: Da fahren die modernen Niederflur-Garnituren im 15-Minuten-Takt nach Baden. 

„Krone“-Leser wissen Bescheid: Bürgermeister Harald Preuner und sein Vize Bernhard Auinger haben sich auf den Plan der unterirdischen Verlängerung der Lokalbahn bis zum Mirabellplatz geeinigt. Die Strecke beträgt rund 800 Meter, denn der Tunnel reicht bereits bis auf 85 Meter an die Kreuzung beim Kiesel heran. Die unterirdische Station am Hauptbahnhof ist bereits jetzt „U-Bahn-tauglich“, die Garnituren der Lokalbahn sind es allerdings bei weitem nicht.
In einer Art Modernisierungsaktion montierte man einen Mittel-Teil mit Niederflur-Ein- und Ausstieg, gleichzeitig wurden die alten Sitzpolster „upgegradet“.

Anders gingen die Wiener Linien und die Badener Bahn vor: Beide kauften neue Garnituren von der Firma „Bombardier“, die sich  in einem heftigen Wettstreit mit „Siemens“ befindet. Dennoch konnten bereits sämtliche Züge der Linie U 6 umgestellt werden, auch die meisten Waggons, die in Richtung die Kurstadt Baden 25 Kilometer südlich von Wien ansteuern, sind bereits Niederflur.

Wie sieht nun die bauliche Situation auf den beiden Strecken aus?
Die Badener Bahn fährt oberirdisch (mit zahlreichen Übergängen, an denen es immer wieder zu Unfällen kommt) nach Wien und taucht am Gürtel in den Straßenbahn-Tunnel ein. In der Wiedner Hauptstraße erreicht sie wieder das Tageslicht, die Züge wenden vor der Oper am Ring.

Die U 6 ist eine kreuzungsfreie U-Bahn–Linie, die allerdings die Berg-und Talfahrt auf der von Otto Wagner zur Kaiserzeit gebauten Gürtel-Stadtbahn bewältigen muss. In einem neuen Tunnel und über eine Donaubrücke geht es bis nach Floridsdorf. Den Wiener Linien kam der Streit um die Lokalbahn-Verlängerung in Salzburg gerade recht: Sie handelten sich mit dem Bund für U 2 und U 5 eine 50:50-Finanzierung aus, während Salzburg über die Bauweise, die Strecke und die Salzach-Querung diskutierte.
Aufgrund des beinharten Konkurrenz-Kampfes zwischen „Bombardier“ und „Siemens“ sind momentan neue Niederflur-Garnituren relativ günstig zu erwerben.  Überdies braucht der neue Infrastruktur-Minister Ing. Norbert Hofer dringend Erfolge, denn die Tempo 140-Diskussion oder das Rechts-Abbiegen bei Rot bringen den Stau in den Städten nicht durchschlagend weg.
Die Zeiten sind demnach für Salzburg günstig, noch dazu gibt es Wahlen.

Zahlreiche Reaktionen auf unseren gestrigen Bericht über die Lokal-Bahn-Verlängerung zeigen die Stimmungslage in der Bevölkerung: Der Tunnel zum Mirabellplatz ist mit 150 Millionen Euro Kosten dem umstrittenen Projekt des Straßentunnels unter dem Gitzen (200 Millionen) vorzuziehen, noch dazu, wo der A 1-Anschluss Hagenau voll ausgebaut wird. Die Verlängerung der Salzburger Lokalbahn nach Ostermiething in Oberösterreich brachte einen gewaltigen Zuwachs an Fahrgästen. Deshalb hat das Land Oberösterreich sehr großes Interesse. Auch das Vorhaben, die Mattigtal-Bahn von Mattighofen bis Straßwalchen zu elektrifizieren und zweigleisig auszubauen, ist Bundesländer-übergreifend. Aus dem Norden kommen die meisten Pendler.

Hans Peter Hasenöhrl

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