Mi, 22. August 2018

Kaufrausch in Berlin

16.01.2018 18:28

Mega-Hype um Sneakers mit integrierter Jahreskarte

Der erwartete Ansturm auf Adidas-Turnschuhe mit integriertem Jahresticket für die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin ist nicht ausgeblieben. Nach tagelangem Ausharren bei Schnee und Eiseskälte startete der Verkauf der EQT-Support 93/Berlin am Dienstagvormittag in zwei Schuhgeschäften in der deutschen Bundeshauptstadt - und für die wartenden Kunden der Kampf um ihre Schuhe. Da lediglich 500 Stück produziert wurden und der Preis mit 180 Euro wesentlich niedriger ist als jener einer normalen Jahreskarte der Berliner Verkehrsbetriebe (über 700 Euro), ist es nicht verwunderlich, dass so viele Menschen sich um die Sneakers bemühten.

Vor dem Sneaker-Shop "Overkill" am Schlesischen Tor fanden sich bereits am Samstagabend die ersten Interessenten ein und errichteten ihr "Zeltlager". Eingepackt in dicke Kleidung begannen sie, Zeit vor dem Geschäft tot zu schlagen. „Die Schuhe sind cool, aber ich will vor allem das BVG-Ticket“, wurde eine 18-jährige Schülerin aus Berlin im "Tagesspiegel" zitiert. Dafür habe sie sogar die Schule geschwänzt. Andere nahmen sich zwei Tage von der Arbeit frei. Eine 61-jährige Frau gab an, für ihren Schwiegersohn anzustehen. Je länger die Schlange wurde, desto mehr glich das Schauspiel einem Festivalgelände. Es wurde gesungen, Bier getrunken und der mitgebrachte Proviant verspeist.

Laufende Anwesenheitskontrollen mittels Namenslisten
Täglich ging ein Listenführer mehrmals mit einer Namensliste durch die Reihen, um zu kontrollieren, dass tatsächlich alle Eingetragenen warteten. Wer sich nicht meldete, wurde beinhart von der Liste gestrichen. Nach einem ähnlichen Muster lief auch das Warten vor dem Adidas-Store in Berlin-Mitte ab, wenn auch hier keine Schlafsäcke, Sessel und Zelte aufgestellt wurden. Hier mussten sich die Angemeldeten alle zwei Stunden melden, um auf der Liste zu bleiben.

Am Dienstag wurde sogar Polizeischutz angefordert, um einen kontrollierten Ablauf zu garantieren. Als Erster konnte sich Steven Fischer über seine neuen Schuhe bzw. die Jahreskarte freuen. Er hatte bereits seit Freitagabend vor dem "Overkill"-Shop ausgeharrt und übernahm auch die Aufgabe des Listenführers.

Gabor Agardi
Gabor Agardi

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