Di, 17. Juli 2018

Hoffenheim-Aufsteiger

04.01.2018 07:39

Shootingstar Stefan Posch: „Zwicke mich selbst“

Vom Nobody zum Nationalteamaspiranten: Der Steirer Stefan Posch glänzt als Stammkraft in Hoffenheim in der deutschen Bundesliga. Warum eine Arsenal-Absage zum Glücksfall wurde und ein Bubentraum zur Wirklichkeit.

Vergangenen Sommer war Stefan Posch nur Fußball-Insidern ein Begriff. Als U23-Spieler tummelte sich der 20-Jährige noch in der Talentschmiede aus Hoffenheim. Sein angestrebtes Bundesliga-Debüt? Nicht mehr als ein Bubentraum.

Doch der junge Steirer stieg wie Phönix aus der Asche, avancierte in nur fünf Monaten beim deutschen Bundesligisten unter Chefcoach Julian Nagelsmann zur Stammkraft und ist damit einer der größten ÖFB-Aufsteiger des Jahres. „Manchmal“, schmunzelt das Talent beim Heimaturlaub in Kraubath, „muss ich mich selbst zwicken.“

Sein Aufstieg ist ja auch kaum zu glauben. In kürzester Zeit steigerte der Verteidiger seinen Marktwert von 100.000 Euro auf 2,5 Millionen, lief in der Europa League auf und ist aus dem Kader der Kraichgauer nicht mehr wegzudenken. Auch Neo-Teamchef Franco Foda hat Posch längst am Zettel.

Kraichgau statt London
Dabei scheint dem U21-Teamspieler der Fußball in die Wiege gelegt worden zu sein. Bruder Philipp kickt bei der Admira. Und auch Stefans Riesenpotenzial war schon früh zu erkennen: Vor vier Jahren wollte sich Arsenal die Fähigkeiten des damals 16-Jährigen sichern. Dreimal war der Steirer zu Verhandlungen in London. Es scheiterte an Kleinigkeiten. „Aber vielleicht hat alles einen Grund gehabt. So bin ich vor drei Jahren nach Hoffenheim gewechselt und hab es nie bereut. Alleine was ich in der vergangenen Herbstsaison habe erleben dürfen – wie das Spiel in Dortmund vor 80.000 Fans. Da krieg ich noch immer eine Gänsehaut!“

Seine Ziele für 2018? „Gas geben und in der ersten Mannschaft in Hoffenheim bleiben.“ Dann wird auch der Anruf von Teamchef Foda nur mehr eine Frage der Zeit sein. Die nächste Nagelprobe für Posch steigt (gemeinsam mit seinen ÖFB-Kollegen Florian Grillitsch und Robert Zulj) in Bremen – zum Bundesliga-Rückrundenstart am 13. Jänner.

Christoph Kothgasser, Kronen Zeitung

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