Steirer geschlaucht

Wetterproblem – tut die Politik zu wenig?

Steiermark
01.08.2009 12:15
Der Sommer der Extreme hält die Steiermark in Atem. Heiße Tropentage wechseln sich mit Hagelstürmen und Hochwasser ab. Die Schäden sind enorm, die Menschen verzweifelt. Viele stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Nur verständlich ist, dass Politiker in solchen Situationen ihr Fett abbekommen (eine Abstimmung zum Thema findest du in der Infobox). Man tue zu wenig, reagiere erst, wenn es zu spät sei, so Kritiker. "Stimmt nicht", sagte der zuständige Referent Johann Seitinger (ÖVP, kleines Bild) im Interview mit "Steirerkrone"-Redakteur Gerald Schwaiger.

Herr Landesrat, wie schaut die neueste Schadensbilanz aus?
"Traurigerweise gibt's nur eine Zwischenbilanz, da die Steiermark momentan ständig von Katastrophen heimgesucht wird. Doch in der Landwirtschaft, an Straßen, Gebäuden und Anlagen sind bereits Schäden in Höhe von 50 Millionen Euro entstanden. Da sind die Beschädigungen der Dächer noch gar nicht mitgerechnet."

Einen Bericht über die schweren Unwetter in der Nacht auf Freitag findest du in der Infobox!

Viele sagen, es gäbe jetzt immer mehr Wetterkapriolen. Wie ist Ihr Eindruck?
"Man muss klar und deutlich sagen, dass sich die Katastrophen verdichten. Klimasünden sind keine Kavaliersdelikte mehr. Das muss Konsequenzen für die Raumordnung haben, wir müssen den Hochwasserschutz verstärken, Alarmsysteme installieren."

Betroffene werfen der Politik vor, sie würde in Sachen Hochwasserschutz zu wenig tun. Stimmt das?
"Schauen Sie: Wir müssen auch bei der Bewusstseinsbildung ansetzen. Jeder Bürger hat die Verpflichtung, sich auf Hochwassersituationen vorzubereiten. Bund und Land haben für Maßnahmen 20 Millionen im Topf. Wir tun, was wir können."

Reichen die Mittel aus?
"Nein, die Schäden werden immer größer, Rückhaltebecken reichen nicht aus. Es muss jetzt endlich ein Umdenken einsetzen!"

In welchem Bereich?
"Der Klimaschutz muss Priorität haben, wir müssen die erneuerbare Energie forcieren. Die Natur verzeiht uns viel, aber wenn wir sie vergewaltigen, schlägt sie zurück."

Wo wird der Hochwasserschutz verstärkt?
"In Graz muss dringend etwas gemacht werden. Die Stadt ist in den vergangenen Jahren ja zubetoniert worden. Auch in der Oststeiermark haben wir noch großen Handlungsbedarf."

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Steiermark
01.08.2009 12:15
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt