F1-Hickhack

Ralf Schumacher: Rücktritt vom Rücktritt

Sport
25.02.2004 08:31
Im Poker um einen neuen Williams-BMW-Vertrag will Ralf Schumacher nun doch nicht mit Rücktritt gedroht haben. "Ich habe die vorerst gescheiterten Verhandlungen weder als Vertragsbruch dargestellt, noch sind meine Sätze als Drohung für einen Abgang zu verstehen", erklärte der Wahl-Salzburger auf seiner Homepage.
Zu seinen Vorwürfen gegen den Teamchefsteht er allerdings: "Frank Williams stellt mich als Abzockerdar, aber da kann ich nur lachen. Er weiß, dass ich zukünftigfast auf die Hälfte meines aktuellen Gehalts verzichten würde.Das stand so auch im Vertrag, der ja längst fertig war",sagte der 28-Jährige der "Bild am Sonntag". 
  
Doch "Sir Frank" habe sein Vertragsangebot (Schumacher:"Ich wollte unterschreiben") beim Saison-Finale im vergangenenOktober in Suzuka "plötzlich zurückgezogen". Ralf Schumacher,der seit 2000 für den britisch-deutschen Rennstall fährt,kritisierte seinen Chef ungewohnt heftig: "Wenn mir jemand etwaszusagt und per Handschlag besiegelt, dann gehe ich davon aus,dass das danach nicht wieder gebrochen wird." 
  
"Menschlich enttäuscht" von Frank Williamszeigte sich der Kerpener. Der in Österreich lebende Rennfahrerdenkt deshalb an das Ende der Zusammenarbeit: "So schwer mir undmeinem Manager Willi Weber eine Trennung von unseren BMW-Freundenfallen würde - vielleicht kommt es dazu. Das wäre sehrtraurig, aber ich kann mich von Williams nicht veräppelnlassen. Und Williams ist im Team nun mal für die Fahrer-Verträgezuständig." 
  
Obwohl sich Ralf Schumacher, dessen Vertrag amEnde dieser Saison ausläuft, in den ersten Rennen der am7. März in Melbourne beginnenden Saison beweisen muss, siehter seinen Arbeitgeber bei den Verhandlungen "unter großemDruck". Da Teamkollege Juan Pablo Montoya für die nächsteSaison bereits bei McLaren-Mercedes unterschrieben hat, wähntsich der Deutsche in einer starken Position: "Wenn sie nach Montoyafür 2005 auch noch den zweiten Fahrer verlieren, haben sieein Problem." 
  
Als Vorteil sieht Montoya die frühzeitigeBekanntgabe seines Wechsels. "Ich empfinde es als sehr wohltuend,dass ich mir jetzt keine Gedanken über 2004 und darüberhinaus machen muss", sagte der WM-Dritte der "Welt am Sonntag".Genau wie sein Teamkollege Ralf Schumacher sagte Montoya dem sechsmaligenWeltmeister Michael Schumacher den Kampf an. 
  
"Seine Leistungen sprechen für sich, aberMichael hatte auch nie eine extrem starke Opposition in seinerKarriere. Dieses Jahr wird sich das ändern, denn es gibteine Menge Fahrer, die jetzt Rennen gewinnen können und esauch unbedingt wollen", stellte Montoya fest. Einer davon istRalf Schumacher: "Wir haben lange genug vom Titel geredet - eswird Zeit, dass wir ihn auch holen." 
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