96. Tour de France

Franzose Feillu gewinnt siebte Etappe

Sport
10.07.2009 19:01
Alberto Contador hat sich in Andorra-Arcalis im teaminternen Generationen-Konflikt durchgesetzt - das Gelbe Trikot bei der Tour de France aber um sechs Sekunden verpasst. Auf der ersten Pyrenäen-Etappe zeigte der spanische Top-Favorit am Freitag seinem elf Jahre älteren Astana-Rivalen Lance Armstrong die Grenzen auf und nahm dem Radsport-Rückkehrer 25 Sekunden ab. Das erhoffte Maillot Jaune streifte sich beim Tagessieg des französischen Tour-Neulings Brice Feillu aber sensationell der Italiener Rinaldo Nocentini über, der nach langer Flucht die Winzigkeit von sechs Sekunden vor Contador ins Ziel rettete und den bisherigen Spitzenreiter Fabian Cancellara vom Thron der 96. Tour de France stürzte.

"Ich bin überglücklich, aber ich hatte einen großen Schreck gekriegt, als ich hörte, dass Contador attackierte. Zum Glück hat es noch zu Gelb gereicht", sagte Tour-Debütant Nocentini.

Genugtuung für Contador
Als großer Gewinner der siebten Etappe durfte sich aber vor allem Contador fühlen. Sein Coup im Skiort auf 2.240 Meter Höhe dürfte für den Champion von 2007 nach den wiederholten Nadelstichen Armstrongs eine besondere Genugtuung sein. Als Gesamtzweiter liegt er nun zwei Sekunden vor Armstrong und konnte damit die Team-Hierarchie in seinem Sinne zurechtrücken.

Lange schien es so, als ob der große Showdown mit seinem Astana-Rivalen Armstrong ausbliebe. Die beiden Tour-Topfavoriten hielten sich bis 1.500 Meter vor dem Ziel an Stillhalte-Abkommen. Dann aber stieg Contador, dem 2006 Verbindungen zum mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes nachgesagt worden waren, aus dem Sattel und ließ alle anderen Spitzenfahrer stehen.

Längste Etappe der Tour
Auf der mit 224 Kilometern längsten Etappe von Barcelona hinauf in den Zwergstaat Andorra startete Contador auf dem Weg durch sein Heimatland den entscheidenden Angriff auf der Schlusssteigung. Am Vortag hatte Tour-Rekordsieger Armstrong noch angekündigt: "Falls Contador geht und ihm keiner folgt, werde ich bei den anderen Kapitänen bleiben." Daran hielt er sich - ob gewollt oder nicht.

Als Contadors Attacke auf der 10,6 Kilometer langen und im Schnitt 7,1 Prozent steilen Steigung begann, war eine ursprünglich neunköpfige Ausreißergruppe längst geschrumpft und Feillu hatte alle Begleiter abgeschüttelt. Die strapaziösen 224 Kilometer der ersten Bergankunft hatten es in sich. Insgesamt fünf Steigungen mussten die verbliebenen 177 Starter erklimmen. Nicht immer lief alles nach Plan, es gab einige Stürze. Der entthronte Spitzenreiter Cancellara hatte gleich zwei Defekte, kämpfte sich aber jeweils wieder heran. 5.400 Meter vor dem Ziel verließen ihn dann aber die Kräfte und er musste das Gelbe Trikot nach sieben Tagen Nocentini überlassen.

Österreicher im hinteren Teil des Feld
Die Österreicher Peter Wrolich (113.) und Bernhard Eisel (127.) waren auch am Freitag im hinteren Teil des Feldes zu finden. In der Gesamtwertung belegt Wrolich den 133. Platz, Eisel liegt auf dem 154. Rang.

Ergebnis der siebenten Etappe:
Barcelona - Andorra Arcalis (224 Kilometer)

1.Brice FeilluFRA6:11:31
2.Christophe KernFRA+ 0:05
3.Johannes FröhlingerGER+ 0:25
4.Rinaldo NocentiniITA+ 0:26
5.Egoi MartinezESP+ 0:45
6.Christophe RiblonFRA+ 1:05
7.Jerome PineauFRA+ 2:32
8.Jose Ivan GutierrezESP+ 3:14
9.Alberto ContadorESP+ 3:26
10.Cadel EvansAUS+ 3:47
11.Andy SchleckLUX-"-
12.Bradley WigginsGBR-"-
13.Frank SchleckLUX-"-
14.Levi LeipheimerUSA-"-
15.Lance ArmstrongUSA-"-
67.Fabian CancellaraSUI+ 9:16
113.Peter WrolichAUT+ 23:23
127.Bernhard EiselAUT+ 28:29

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