Fünfter Sieg in Serie

Meister Rapid schlägt Kärnten klar mit 4:2

Fußball
06.04.2009 11:48
Rapid liegt auch nach der 28. Runde der tipp3-Bundesliga weiter fünf Zähler hinter Tabellenführer Red Bull Salzburg. Die Wiener feierten am Sonntagnachmittag im mit 17.500 Zuschauern ausverkauften Hanappi-Stadion gegen Austria Kärnten einen hochverdienten 4:2-Heimsieg. Die Salzburger hatten bereits am Samstag (Bericht über die Samstagsspiele in der Infobox) gegen die Wiener Austria mit 4:1 gewonnen.

Kapitän Steffen Hofmann mit zwei Standardsituationen (11./Freistoß, 18./Elfmeter) und Veli Kavlak mit einem herrlichen Weitschuss (25.) brachten die Elf von Coach Peter Pacult schon vor der Pause auf die Siegerstraße. Nach einem Eigentor von Kärntens Oliver Pusztai (70./per Kopf) war die Partie endgültig gelaufen. Für die Kärntner waren Marc Sand (15./1:1) und der eingewechselte Chiquinho (72./2:4) erfolgreich. Für die Rapidler, bei denen der Ausfall des Sturm-Duos Erwin Hoffer/Stefan Maierhofer nicht auffiel, war es bereits der fünfte Sieg in Serie. Coach Peter Pacult durfte sich im 93. Spiel auf der Rapid-Betreuerbank über den 50. Liga-Sieg freuen.

Hütteldorfer agierten druckvoller
Die Hütteldorfer verloren zwar Stürmer Rene Gartler - er erlitt laut einer ersten Diagnose einen Riss des vorderen Kreuzbandes - schon nach wenigen Minuten, agierten aber gewohnt druckvoll und verzeichneten auch einen optimalen Start. Einen von Kavlak kurz abgespielten Freistoß schoss Hofmann aus rund 20 Metern über die Kärntner Mauer hinweg und unhaltbar für Kärnten-Goalie Andreas Schranz ins Eck (11.). 

Überraschend kamen die Klagenfurter aber postwendend zum Ausgleich. Nach einem weiten Abschlag und mit Ballglück (Eder brachte das runde Leder nicht weg) kam Sand zum Abschluss und schob an Rapid-Keeper Helge Payer vorbei ins lange Eck ein (15.). Der Ex-Bochumer hätte daraufhin gleich für die Gäste-Führung sorgen können, rutschte aber an einem Corner vorbei (16.). 

Starke Leistung von Jelavic
Effektiver im Abschluss erwiesen sich die Hausherren. Pusztai riss Jelavic im Strafraum leicht nieder und Hofmann ließ Schranz im 1:1-Duell keine Chance (18.). Für den Deutschen war es bereits der elfte Saisontreffer. Danach spielten die im Spiel nach vorne sehr kreativen Wiener groß auf und kamen einige Male zu guten Einschussmöglichkeiten. 

In der 22. Minute schoss Kavlak nach einer schönen Jelavic-Vorarbeit aus elf Metern noch zu schwach und genau in die Hände von Schranz, drei Minuten später sorgte er mit dem Treffer des Tages aber für die Vorentscheidung. Der U21-Teamspieler zog aus mehr als 20 Metern mit links ab und der Ball fand via Latte den Weg ins Kärntner Gehäuse (25.). Jelavic mit einer Doppel-Kopfball-Chance (40., 41.) und Boskovic, dessen Weitschuss nur hauchdünn am langen Eck vorbeistrich (41.), hätten noch für ein komfortableres Pausenresultat zugunsten des Rekordmeisters sorgen können.

Etwas schwächere zweite Halbzeit
Nach dem Seitenwechsel flaute die Partie etwas ab, die Wiener agierten mit dem Vorsprung im Rücken mit weniger Nachdruck. Die erste Chance hatten trotzdem die Hausherren, einen gut angetragener Freistoß von Hofmann konnte aber Schranz via Latte parieren (50.). Auf der anderen Seite setzte der erstmals nach überstandener Verletzung wieder in der Startformation der Kärntner stehende Wolfgang Mair nach einer schönen Hereingabe von Sandro alleine stehend aus zwei Metern stümperhaft über das Tor (54.).

Endgültig für klare Verhältnisse sorgte mit Pusztai ein Kärntner. Der Ungar "verwertete" eine Hofmann-Freistoßflanke per Kopf ins eigene Tor (70.). Den Klagenfurtern gelang durch Chiquinho, der Payer überhob, zwar noch das 2:4, mehr war für die Schinkels-Elf aber nicht zu holen. Ganz im Gegenteil waren die Wiener noch dem 5:2 näher: Jelavic traf nach einem Hofmann-Eckball die Latte (85.) und Boskovic schob den Ball nach einer schönen Einzelaktion knapp am Kärntner Tor vorbei (86.).

Rapid seit 21 Spielen im eigenen Stadion ungeschlagen
Die Wiener haben damit in der Bundesliga sieben von acht direkte Begegnungen mit den Kärntnern gewonnen (bei einem Remis) und sind im eigenen Stadion weiterhin seit dem 1. Dezember 2007 ungeschlagen (seither 18 Siege/3 Remis). Kärnten-Goalie Andreas Schranz hat nach der Niederlage auch in seinem 19. Spiel gegen Rapid nicht zu Null gespielt.

Stimmen zum Spiel
Peter Pacult (Rapid-Trainer):
 "Steffen war heute ein Kapitän, den sich ein Trainer wünscht, ein Vorbild in allen Belangen. Freistöße üben wir im Training regelmäßig, er hat sie heute sensationell getroffen. Im Moment ist es so, dass die Mannschaft sehr gut trainiert und arbeitet, da kann man einfach den einen oder anderen Spieler vorgeben. Unser Ziel bleibt ein internationaler Startplatz, umso schöner sind die drei Punkte, vor allem nach dieser Pause. Die Mannschaft ist eine große Einheit und rundherum passt alles."

Zur Verletzung von Rene Gartler: "Es ist eine Tragödie für den Rene, er spielt erstmals vor diesem tollen Publikum, hat gleich eine Chance und dann diese Verletzung."

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): "Es ist schön, wenn man selber zwei Tore schießt. Wir haben im Moment so viel Qualität und das nötige Selbstvertrauen, dass wir Ausfälle verkraften können. Wir haben sehr gut gespielt und hochverdient gewonnen. Dass ich Freistöße schießen kann, habe ich schon lange gewusst. Wir haben drei wichtige Punkte gemacht, wollen einen internationalen Platz erreichen. Es schaut sehr gut aus. Wir haben eine super Stimmung in der Mannschaft."

Frenkie Schinkels (Austria-Kärnten-Trainer): "Wir haben Rapid zu viel Platz gelassen und die individuellen Fehler haben sich umgemünzt in Tore. Es war ein blöder Elfmeter. Wir wollen nicht mehr Vierter, sondern Fünfter werden."

Zur Leistung von Oliver Pusztai: "Ich bin sehr verärgert. So wie er sich präsentiert hat, bin ich froh, dass wir am Ende der Saison sind, sonst wären wir wahrscheinlich abgestiegen. Es war eine katastrophale Leistung. Ich habe versucht, die Fouls abzustellen, aber er hat es nicht verstanden."

Manuel Ortlechner (Austria-Kärnten-Verteidiger): "Wir wollten 101 Prozent bringen, aber es waren heute nicht einmal 99. Dass war einfach zu wenig. Wir waren alle nicht so sicher, es war keine gute Leistung von uns. Wir werden jetzt unsere Akkus aufladen und schauen, dass wir gegen den LASK wieder reüssieren."

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