Cortina d'Ampezzo

Lindell-Vikarby gewinnt vor Fenninger

Sport
26.01.2009 15:59
Jessica Lindell-Vikarby hat am Montag im Super-G von Cortina d'Ampezzo für eine Überraschung gesorgt und landete nach einer rasanten Fahrt über die Tofana auf Platz eins. Für die Schwedin handelt es sich um den ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere. Lindell-Vikarby ist aber nicht die einzige Läuferin, die für Staunen sorgte, denn mit dem ausgezeichneten zweiten Rang fuhr auch die junge Salzburgerin Anna Fenninger (links im Bild) erstmals aufs Stockerl. Platz drei holte sich die Schweizerin Andrea Dettling - auch sie war noch nie auf dem Siegerpodest. Die ganz großen Stars waren hingegen auf der schnell nachlassenden Weichschnee-Piste chancenlos.

Lange wollte Fenninger wegen ihrer frühen Startnummer fünf nicht an die Podest-Premiere glauben. "Obwohl ich wirklich gut gefahren bin und gleich gespürt habe, dass das gut war", gestand sie später. "Aber ich hätte wirklich nicht gedacht, dass da keine mehr rein fährt." Nach Platz zwei ihr eine Last von den Schultern. Vor fast drei Jahren hatte man die heute 19-jährige Salzburgerin als Ausnahme-Talent, Junioren-Weltmeisterin und "neue Pröll" im Weltcup vorgestellt.

Vergleich mit Pröll "steht mir nicht zu"
Ein Latte, die damals eindeutig zu hoch war. "Anfangs dachte ich, dass es mir egal ist. Es war umso schmerzhafter, dass ich es dann nicht gebracht habe", gibt Fenninger heute zu. Der Vergleich mit Pröll ("So etwas steht mir nicht zu") möge nun endgültig abgehakt sein, wünschte sich Fenninger in Cortina, ihrem Lieblingsort im Weltcup. Fenninger ist die einzige echte Allrounderin im ÖSV-Damenteam und ist bis auf den Levi-Slalom in der WM-Saison bisher auch in jedem Rennen angetreten.

Fischbacher zweitbeste ÖSV-Läuferin
Die Salzburgerin Andrea Fischbacher wurde trotz gerade überstandener Grippe als Neunte Beste der mit Startnummer zwischen 16 und 22 fahrenden Elitegruppe. "Ich hatte im Finish nicht mehr die Kraft, einen kurzen Radius zu fahren", erklärte Fischbacher im Ziel. "Die Piste war sicher nicht die kompakteste" umschrieb sie höflich die rutschige Piste, die nach dem Riesentorlauf mit Maschinen "durchgefräst" worden war und bald kaputt war.

Zettel sammelte wichtige Punkte
RTL-Siegerin Kathrin Zettel ("Der Super-G war schneller als gedacht, ich wurde einige Male überrascht, die Punkte sind aber sehr wichtig") wurde trotz ihrer Fehler Elfte, Elisabeth Görgl ("Ich war ein Mal im Tiefschnee") landete auf Platz 13. "Unsere haben von den hohen Nummern ohnehin noch die besseren Leistungen gezeigt", meinte ÖSV-Damenchef Herbert Mandl und bedauerte: "Zettel hätte mit Glück noch viel weiter vorne sein können."

Schallende Ohrfeige für die Stars
Die Stars der Szene erhielten hingegen eine kapitale Ohrfeige. Riesch ("Ein Sch...-Wochenende. Ich bin froh, dass ich mir nicht wehgetan habe") stürzte vor den Augen ihres Vaters und Bruders ebenso wie Pärson in der Curva Grande. Vonn startete mit der Nummer zehn, damit direkt hinter der späteren Siegerin, und ärgerte sich damit erst recht über Platz acht. "Ich hatte einen fehlerfreien, perfekten Lauf, bin aber gerade zwei Zehntel hinter Platz zwei. Das ist frustrierend", meinte die Titelverteidigerin. "Vielleicht hat mit dem Wachs etwas nicht gestimmt." Dennoch gelang es ihr, die Führung im Weltcup auszubauen...

Götschl kommt nicht in Schwung
Noch enttäuschter war nur Renate Götschl. Die zehnfache Cortina-Sieger (22 Podestplätze) egalisierte bei ihrem 49. Start unter der Tofana mit 1,62 Sek. Rückstand als 19. ihr schlechtestes Ergebnis in ihrem "Wohnzimmer". "Da gibt es wohl nicht mehr viel zu sagen", war die 33-Jährige einmal mehr ratlos. "Es war sicher nicht die beste Fahrt, aber derzeit ist einfach alles für die Katz. Ich habe einfach kein Gespür mehr dafür, was gut und was schlecht ist", rätselte die Steirerin gut eine Woche vor der WM. Das sei kein auf der Stelle treten mehr. "Ich trete schon mehr im Keller als auf der Stelle." Bei ihrem Lauf sang Stefanie Werger "Stark wie ein Felsen", das wird Götschl jetzt auch brauchen.

Heuer schon sechs Premierensiegerinnen
Zumindest die Schwedinnen machten an diesem Tag (fast) alles richtig. Lindell-Vikarby hätte wohl ihre Landsfrau Pärson als einzige Gegnerin gehabt, denn die Weltmeisterin war mit klarer Bestzeit unterwegs, als auch sie in der Curva Grande ausrutschte. So aber wurde Lindell-Vikarby nach Tessa Worley, Sarka Zahrobska, Nadia Fanchini, Lara Gut und Dominique Gisin zur bereits sechsten Premierensiegerin in dieser Saison. Ihren Riesen-Vorsprung konnte sich die 24-Jährige selbst nicht erklären: "Es war jedenfalls ein langes Warten. Es ist ein Kindheitstraum, einmal ein Weltcuprennen zu gewinnen."

Die Top 30

Rang

Name

Nation

Zeit

 1

LINDELL-VIKARBY Jessica 

SWE 

 1:25.13

 2

FENNINGER Anna 

AUT 

 1:25.94

 3

DETTLING Andrea 

SUI 

 1:26.00

 4

DUMERMUTH Monika 

SUI 

 1:26.05

 5

FANCHINI Nadia 

ITA 

 1:26.07

 6

KAMER Nadja 

SUI 

 1:26.08

 6

GUT Lara 

SUI 

 1:26.08

 8

VONN Lindsey 

USA 

 1:26.12

 9

FISCHBACHER Andrea 

AUT 

 1:26.18

 10

AUFDENBLATTEN Fraenzi 

SUI 

 1:26.21

 11

ZETTEL Kathrin 

AUT 

 1:26.23

 12

JANYK Britt 

CAN 

 1:26.27

 13

GOERGL Elisabeth 

AUT 

 1:26.34

 14

MARCHAND-ARVIER Marie 

FRA 

 1:26.40

 15

SUTER Fabienne 

SUI 

 1:26.41

 16

STYGER Nadia 

SUI 

 1:26.48

 17

RUIZ CASTILLO Carolina 

SPA 

 1:26.68

 18

JACQUEMOD Ingrid 

FRA 

 1:26.72

 19

GOETSCHL Renate 

AUT 

 1:26.75

 20

VANDERBEEK Kelly 

CAN 

 1:26.82

 21

SCHILD Martina 

SUI 

 1:26.84

 22

BERGER Silvia 

AUT 

 1:26.99

 23

RECCHIA Lucia 

ITA 

 1:27.11

 24

KOEHLE Stefanie 

AUT 

 1:27.18

 25

MADER Regina 

AUT 

 1:27.25

 26

SCHMIDHOFER Nicole 

AUT 

 1:27.30

 27

ZAHROBSKA Sarka 

CZE 

 1:27.34

 28

RUMPFHUBER Ingrid 

AUT 

 1:27.38

 29

MANCUSO Julia 

USA 

 1:27.41

 30

SIORPAES Wendy 

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