Österreichs neunköpfige Armada auf dem nur 300 Meter hoch einsam in die Landschaft ragenden Levi-Tunturi wird von Zweifach-Weltmeister Mario Matt angeführt. Der Tiroler hat vergangenen Winter ebenfalls drei Slaloms gewonnen und nur durch höchst unglückliche Ausfälle das Rennen um die kleine Kugel verloren. "In Wengen und Garmisch geriet die Torstange in den Schienbeinschützer, in Bormio hat der Ski beim Geradeausfahren gebissen. Die kleine Kugel ist daher ein ebenso klares Saisonziel wie eine weitere WM-Medaille", hat sich Matt vorgenommen.
Raich klagt über Rückenprobleme
Der dauerhaft an den Folgen eines Bandscheibenvorfalls laborierende Pferdesport-Narr vom Arlberg steht aber auch an der Spitze eines kleinen ÖSV-Lazarettes. Manfred Pranger gibt nach einem Kreuzbandriss am Sonntag sein Comeback, Reinfried Herbst und Rainer Schönfelder sind angeschlagen und selbst Benjamin Raich klagte noch vor kurzem über Rückenprobleme.
"Jetzt bin ich aber wieder topfit", versicherte der Levi-Titelverteidiger. "Und es ist immer gut an einen Ort zu kommen, wo man schon gewonnen hat", so der 30-jährige Pitztaler. "Klar ist aber auch, dass ich mich gegenüber dem Training noch steigern muss, wenn ich meinen Sieg hier verteidigen will." Dass Freundin Marlies Schild, die vor zwei Jahren in Levi ebenfalls gewonnen hatte, verletzt fehlt, sei bitter. "Das ist sicher nicht leicht für sie." Den neuen Atomic-Doppeldecker wird Raich am Sonntag noch nicht einsetzen.
Benni allein auf weiter Flur
Wie bei den Damen ist der Levi-Slalom auch bei den Herren Teil zwei der gerade erst begonnenen Jagd nach dem großen Kristall, die in zwei Wochen mit den ersten Speed-Rennen in Lake Louise (Kanada) fortgesetzt wird. Seit Raichs Gesamtsieg 2006 ist der Weltcup bekanntlich an Aksel Svindal und Bode Miller gegangen und soll nun zurück nach Österreich, obwohl auch der Schweizer Albrecht immer stärker wird. In Österreich ist außer Raich aber kein wirklicher Anwärter zu sehen, auch wenn Rainer Schönfelder die große Kugel mittlerweile auch zu einem Langzeit-Ziel erklärt hat.
Schönfelder weiterhin nicht fit
Der Kärntner ist durch seine immer noch akute Schienbeinverletzung von Sölden aber bereits in der Anfangsphase in Rückstand geraten und startet auch in Levi mit Schmerzen, jedoch ohne große sportliche Ansprüche. "Gewinnen werde ich eher nicht", versuchte sich der Wahl-Wiener und Slalom-Weltcupsieger von 2003/2004 in Galgenhumor, ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. "Der wichtigste Weltcup-Monat ist der Jänner. Ich möchte bereit sein, wenn ich in die Situation komme, gewinnen zu können. Egal wann."
Herbst und Hirscher wollen Erfolg
Eine starke Vorjahres-Saison hatte auch Reinfried Herbst. Seit er sich aber eine Hohlkreuz-Stauchung und Wirbelverletzung zugezogen hat, steht das Training beim Salzburger praktisch still. "Technisch kann ich's sicher noch, aber mir wird die Luft ausgehen. Ich muss kämpfen", hat sich der Olympia-Zweite aus Unken für Sonntag vorgenommen. Weit unbekümmerter geht Herbsts Salzburger Landsmann und Shooting-Star Marcel Hirscher (19) in den Levi-Slalom. "Mein Fahrstil benötigt aber Anlaufzeit. Ich kann hier brutal schnell, aber auch schon nach 15 Toren draußen sein", erklärte der dreimalige Junioren-Weltmeister, der im Vorjahr zweimal aufs Slalom-Podest gerast war.
Der auf der Weltcup-Zielgeraden ausgebremste Vorjahres-Siegläufer Grange hat nach eigenem bekunden keinen Knacks davongetragen und gab sich extrem zuversichtlich. "Ich bin hier, um zu gewinnen. Bei der Heim-WM möchte ich in der Position sein, um im Slalom, Riesentorlauf und der Superkombination Medaillen gewinnen zu können.
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