Mo, 10. Dezember 2018

Start verschoben

20.10.2008 22:21

Sony stoppt PS3-Spiel wegen Koran-Versen

Das Videospiel "Little Big Planet" von Sony sollte der Blockbuster für die Playstation 3 zum Weihnachtsgeschäft werden. Doch nun dürften Hunderttausende Blu-ray-Scheiben in den Müll wandern. Der Grund: Im Soundtrack des Spiels kommen Verse aus dem Koran vor, berichtete "Spiegel Online" am Montag.

Im "Little Big Planet" kann der Spieler sich die Spielwelt so basteln, wie er sie gerne hätte - im Rahmen der Möglichkeiten eines Editors. Kleine Männchen aus Jute hüpfen und rennen durch eine leicht psychedelisch anmutende Welt, zusammengezimmert und -geklebt aus Pappe, Holz, Glas, Kork, Gummi.

Koran-Verse im Soundtrack
In einem Level des Spiels kommt das Stück "Tapha Niang" des westafrikanischen Musikers Toumani Diabaté vor. Es enthält neben Text in einem senegalesischen Dialekt auch zwei Zeilen auf Arabisch und die entstammen dem Koran. In einem Forum wies ein eigenen Angaben zufolge muslimischer Spieler darauf hin.

"Wir Muslime empfinden die Vermischung von Musik mit Worten aus dem Heiligen Koran als zutiefst beleidigend", schrieb er ins Forum, "wir hoffen, dass sie das Stück sofort durch einen Online-Patch aus dem Spiel entfernen werden und sicherstellen, dass künftige Lieferungen des Spiels es nicht mehr enthalten."

Verkaufsstart für PS3-Spiel in Europa verschoben
Sony reagierte umgehend. In Europa kommt das Spiel nicht wie geplant ab Donnerstag in den Handel, das Startdatum wird verschoben. Bisher ist noch unklar, wie lange. In den USA werden noch nicht verkaufte Exemplare offenbar zurückgerufen.

Möglicherweise hat man bei Sony mit der Rückrufaktion aber auch ein bisschen überreagiert, meint "Spiegel Online". Gesungene Koranverse seien, ganz im Gegensatz zu dem, was der Forenposter schrieb, gar nichts prinzipiell Problematisches. In der arabischen Welt ist es beispielsweise gang und gäbe, gesungene Zeilen aus dem heiligen Buch als Handy-Klingelton zu verwenden, melodiöse Koran-Rezitationen laufen auch im Radio. Außerdem ist der aus Mali stammende Musiker Toumani Diabaté, der mit seinem "Symmetric Orchestra" das Stück aufgenommen hat, selbst gläubiger Muslim.

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