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24.08.2017 - 11:47
Foto: Christian Jauschowetz

Schwarzenegger verrät seine sechs goldenen Prinzipien

15.01.2011, 15:40
Arnold Schwarzenegger, Ex-Bodybuilding-Gigant, Hollywood-Superstar, ehemaliger Gouverneur von Kalifornien und gebürtiger Steirer hat Werner Kopacka (links im Bild) und Christian Jauschowetz in seinem Büro in Santa Monica das weltweit erste Interview nach dem Ende seiner Gouverneurszeit gegeben. Die "Krone" und krone.at bringen das Gespräch in einer dreiteiligen Serie. In Teil zwei spricht Arnold über Erfolgsrezepte, Kindheitserinnerungen und den Hunger nach Ruhm und Erfolg.

Arnold, der Österreicher: Gleich seine erste Reise als "Nicht- mehr- Gouverneur" führt ihn in die alte Heimat. Nach einem Kurzbesuch bei der Uhren- Messe in Genf landet er kommende Woche in Salzburg und beginnt seine Zukunft als Gastredner bei der dortigen Recycling- Messe. Danach geht's zum Skirennen nach Kitzbühel und - vielleicht - nach Thal bei Graz. Dort entsteht ja "sein" Museum.

Der Terminkalender ist voll, und Lynn Marks, die Leiterin seines Büros in Santa Monica, hat wieder mehr als alle Hände voll zu tun. The boss is back! Und wie! Alle Welt will ihn. Etwa 20 Zusagen hat er bereits jenen gegeben, die ihn weltweit als hoch bezahlten Gastredner haben wollen. Man kennt das ja von Bill Clinton und anderen prominenten "Polit- Pensionisten". Aber keiner war jemals so gefragt, wie es Arnold Schwarzenegger zurzeit ist.

"Krone": Welche Themen wirst du bei deinen Reden behandeln? Was will man draußen in der Welt von dir hören?
Arnold Schwarzenegger: In Salzburg ist es natürlich das Umweltthema. Ich glaube, dass gerade Österreich prädestiniert ist, auf diesem Gebiet eine Vorreiterrolle in Europa einzunehmen. Ein sauberes, funktionierendes Land im Herzen des Kontinents. Die Sonne, das Wasser, der Wind - das Land sollte alles unternehmen, um, sagen wir in 50 Jahren, auf dem Energiesektor völlig unabhängig von den Öl- Lieferanten zu sein. Was ist, wenn die Russen, wie in der Ukraine, plötzlich den Hahn abdrehen? Man sollte in den österreichischen Schulen das Fach "Umwelt" einrichten und bereits die Kinder in diese Richtung erziehen. Die Industrie müsste mitziehen und Arbeitsplätze und Produkte schaffen, die saubere Energie erzeugen.

"Krone": Am Dienstag darauf bist du als Gastredner in Toronto. Was wirst du den Menschen dort mitteilen?
Schwarzenegger: Die wollen alles über mein Leben wissen. Das macht mir besonderen Spaß, weil ich ja gerade an meiner ersten Autobiografie arbeite. Den Kanadiern werde ich unter anderem meine sechs Lebens- Prinzipien erklären.

"Krone": Und die lauten?
Schwarzenegger: 1.) Du sollst eine Vision haben. 2.) Akzeptiere nie ein Nein als Antwort. 3.) Arbeite so hart, wie du kannst, und hab keine Angst vor dem Scheitern. 4.) Im Leben gibt es nur den geraden Weg und keine Abkürzungen. 5.) Sei immer hungrig und versuche, ständig zu lernen. 6.) Gib denen etwas zurück, die dir Gutes getan haben. Aber ich werde dort zur Auflockerung auch unterhaltsame Geschichten aus meinem Leben erzählen.

"Krone": Zum Beispiel?
Schwarzenegger: Eine meiner Lieblingsgeschichten aus der Jugend. Als Bub war mein Zimmer mit Fotos von Bodybuildern vollgepflastert. Nackte, eingeölte männliche Körper. Das hat die Mutti so besorgt gestimmt, dass sie eines Tages unseren Hausarzt gebeten hat, sich das anzuschauen. "Andere Buben hängen Bilder von Frauen auf, und meiner tut das!" Sie hat tatsächlich geglaubt, ich sei schwul. Ist ja nichts Schlimmes, für sie war's damals jedoch unvorstellbar. Aber der Arzt, ein weiser Mann, hat sie beruhigt. Jeder habe Idole, andere würden Bilder von den Beatles aufhängen, das seien ja auch Männer. "Sehen Sie es so, Frau Schwarzenegger: Als Sportler fängt er sicher nicht mit dem Rauchen und Saufen an!" Das hat sie beruhigt. Die Sorgenfalten sind aber geblieben.

"Krone": Du arbeitest ja auch gerade an deiner ersten Autobiografie. Wie geht's dir damit?
Schwarzenegger: Ich hab da eine ganze Reihe von Mitarbeitern, und die sammeln Material aus meinem Leben. Ich selbst verbringe auch viel Zeit damit, in Erinnerungen zu kramen. Es soll ja die authentische Geschichte von der Kindheit bis jetzt werden. Dabei komme ich immer mehr drauf, dass vieles in meinem Leben zwei Seiten hat. Der Österreicher und der Amerikaner, das Gute und das weniger Gute, Herz gegen Hirn, der Republikaner und der Demokrat, der Politiker und der Familienmensch. Bei der Gesundheitsreform, in der ich Obama ja voll unterstützt habe, war's der Österreicher in mir, der gesagt hat, jeder Mensch hat das Recht auf ärztliche Behandlung, und wenn er es sich nicht leisten kann, muss es eben die Allgemeinheit bezahlen. Bei der Todesstrafe hat wieder der Amerikaner in mir die Oberhand behalten. Die Beschäftigung mit der Autobiografie öffnet mir völlig neue Türen zu mir selbst. Das ist ungemein faszinierend. Daneben arbeite ich aber auch noch an einem zweiten Buch. Darin geht es um meine Erfahrungen und Visionen in der Politik.

"Krone": Wie weh tut dir der Abschied von Sacramento?
Schwarzenegger: Sehr! Weil man mich mitten aus der Arbeit gerissen und mir keine Chance gegeben hat, sie erfolgreich zu beenden. Am Ende waren meine Popularitätswerte bei 30 Prozent. Das war aber nur eine Momentaufnahme. Ich bin überzeugt, dass sie nach oben geschnellt wären, wenn man mir die Chance zum Weiterarbeiten gegeben hätte. Das war das wirklich Enttäuschende an meiner dritten Karriere. Als Bodybuilder habe ich selbst entscheiden können, wann ich - es war auf dem Gipfel - abtrete und zum Film gehe. Dort war's ebenso. Als ich die höchsten Gagen und höchste Anerkennung hatte, bin ich in die Politik gegangen. Natürlich habe ich gewusst, dass ich als Gouverneur das Ende nicht selbst bestimmen kann. Aber meinen Abschied habe ich mir doch ganz anders vorgestellt.

"Krone": Wirst du irgendwann wieder aktiv in einer anderen Funktion in das politische Geschehen einsteigen?
Schwarzenegger: Die Politik wird mich für den Rest meines Lebens in irgendeiner Form begleiten. Ich hab ja schon gesagt, dass sie mich süchtig gemacht hat. Da gibt's noch viele andere Wege!

Zum ersten Teil des großen "Krone"- Interviews mit Arnold Schwarzenegger geht's über den Link in der Infobox!

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