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29.09.2016 - 01:56
Die italienische Marine muss in letzter Zeit wieder vermehrt Flüchtlingsboote im Mittelmeer stoppen.
Foto: AP

Hunderte Flüchtlinge bei Bootsunglück ertrunken?

18.04.2016, 14:50

Im Mittelmeer hat sich am Montag offenbar eine Flüchtlingstragödie ereignet. Wie Italiens Präsident Sergio Mattarella am Nachmittag erklärte, seien bei einem Bootsunglück mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen. Wo exakt sich die Katastrophe ereignete, ist noch nicht bekannt, auch über konkrete Opferzahlen und den genauen Hergang gibt es keine verlässlichen Informationen.

Italienische Medien berichteten unter Berufung auf arabischsprachige Quellen von der Havarie gleich mehrerer Boote, die von Ägypten aus Italien erreichen hätten sollen. An Bord befanden sich demnach vor allem Somalier, Eritreer und Äthiopier, mehr als 400 Menschen sollen vermisst sein.

Genauere Angaben liegen noch nicht vor, Italiens Außenminister Paolo Gentiloni sagte jedoch am Rande eines EU- Ministertreffens in Luxemburg: "Es ist sicher, dass wir es genau ein Jahr nach der Tragödie in libyschen Gewässern wieder mit einer Tragödie zu tun haben." Konkrete Opferzahlen nannte er nicht.

Die italienische Küstenwache teilte mit, sie wisse nichts von einem Unglück. Auch Frontex- Sprecherin Izabella Cooper konnte keine Angaben zu dem Vorfall machen. Die EU- Grenzschutzagentur sei nicht beteiligt gewesen und habe weder Zahlen noch eine offizielle Bestätigung, sagte sie.

Ähnliches Flüchtlingsdrama vor genau einem Jahr

Vor genau einem Jahr, am 18. April 2015, war vor der libyschen Küste ein Flüchtlingsboot mit Hunderten Menschen an Bord gekentert.  169 Leichen wurden nach dem Drama im Meer gefunden, 28 Menschen überlebten die Katastrophe. Erst am Montag gaben die italienischen Behörden bekannt, das Wrack geborgen zu haben. Im Lagerraum des Fischkutters werden noch bis zu 400 Leichen vermutet, zuletzt hatten Spezialroboter entsprechende Bilder geliefert.

Das schwer beschädigte Wrack wird nun von der Marine in den sizilianischen Hafen Augusta gebracht, wo es in zwei Wochen eintreffen soll. Im Rahmen der Ermittlungen um das Unglück wurden der tunesische Schiffskapitän und ein syrisches Crewmitglied verhaftet.

18.04.2016, 14:50
AG/red
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