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10.12.2016 - 14:41
Foto: thinkstockphotos.de

Stachelhalsbänder werden nach wie vor verkauft

07.02.2012, 08:57
Laut österreichischem Bundestierschutzgesetz gelten Stachelhalsbänder als besonders grausames Hilfsmittel in der Hundeerziehung und sind daher verboten. Leider halten sich nicht alle Verkäufer von Hunde-Utensilien an diese Vorgabe: Erst vor Kurzem erstattete das Veterinäramt Anzeige gegen ein Jagdgeschäft im ersten Wiener Gemeindebezirk, das Stachelhalsbänder zum Verkauf anbot.

Das österreichische Bundestierschutzgesetz ist eigentlich ganz klar formuliert: Es verbietet, Tieren Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder sie in schwere Angst zu versetzen. Genau das passiert aber, wenn man ein Stachelhalsband zur Hundeerziehung einsetzt. Die nach innen gerichteten Spitzen bohren sich in die Haut des Hundes, bei jedem Leinenruck zieht sich das Halsband weiter zu. Trotz des gesetzlichen Verbots hat das brutale "Hilfsmittel" immer noch zahlreiche Anhänger.

Wiener Jagdgeschäft vertreibt verbotene Halsbänder

Im ersten Wiener Gemeindebezirk wurde nun ein Jagdgeschäft angezeigt, weil es Stachelhalsbänder an eben diese Anhänger verkauft. Tierschutzstadträtin Ulli Sima ist empört: "Es ist unglaublich, dass es noch immer schwarze Schafe in der Branche gibt, die sich nicht an die Gesetze halten und derartige Utensilien verkaufen." Sima hatte als damalige Tierschutzsprecherin der SPÖ maßgeblich am Bundestierschutzgesetz mitgearbeitet und sich speziell für das Verbot von Stachelhalsbändern und Elektroschockern, sogenannten elektrischen Dressurgeräten, in der Hundehaltung starkgemacht.

Stachelhalsbänder können Hunde schwer verletzen

Durch den Gebrauch eines Stachelhalsbands kann es bei Hunden zu zahlreichen Verletzungen kommen, zum Beispiel zu Schädigungen der Halswirbelsäule, der Schilddrüse und des Kehlkopfs. Im schlimmsten Fall kann sogar die Luftröhre von den angespitzten Stacheln durchbohrt werden. Tierärzte berichten außerdem von der Erhöhung des Augeninnendrucks. Abgesehen von akuten Verletzungen ergeben sich bei vielen Hunden durch die Schmerzen Fehlhaltungen im Hals- und Kopfbereich und Schädigungen der Rückenwirbelsäule.

Aktion: Stachelhalsband gegen Trainerstunde tauschen

Eine Alternative zur Anzeige hat sich eine Hundetrainerin aus Deutschland überlegt. Sonja Meiburg von der Hundeschule Holledau gründete die Initiative "Tausche Stachelhalsband gegen Training" . Die Idee: Hundebesitzer bringen ihr altes Stachelhalsband und tauschen es gegen eine Einzelstunde mit einem professionellen Hundetrainer ein, der nach der Erziehungsphilosophie der positiven Bestärkung arbeitet. Auch dank sozialer Netzwerke wie Facebook verbreitete sich die Initiative in ganz Deutschland und auch über die Landesgrenzen hinaus. Wo du in Österreich ein altes Stachelhalsband gegen eine Trainingsstunde tauschen kannst, erfährst du hier .

07.02.2012, 08:57
dez/AG
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