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06.12.2016 - 01:21
Foto: Viennareport

Robert Palfrader: "Das Beste, was ich je gemacht habe"

28.07.2011, 17:05
Vier Monate stand Robert Palfrader im Waldviertel vor der Kamera. In "Neues aus Braunschlag" mimt der "Kaiser" einen Bürgermeister, der gemeinsam mit einem Wirt (gespielt von "Jedermann" Nicolas Ofczarek) seine ländliche Gemeinde in Atem hält. Im Gespräch mit der "Krone" erzählt Palfrader von der "wichtigsten Rolle seines Lebens".

"Krone": Herr Palfrader, Sie haben vier Monate Dreharbeiten im Waldviertel hinter sich. Überwiegt die Erschöpfung oder Freude über Geleistetes?
Robert Palfrader: "Neues aus Braunschlag" ist mit Abstand das Beste, was ich jemals vor einer Kamera gemacht habe. Da gibt es für mich keinen Zweifel. Aber natürlich gab es auch unglaublich kraftzehrende Tage. Das Härteste war ein Drehtag, den ich in einem 18 Grad kalten Pool verbracht habe. Das klingt nicht so schlimm, aber nach mehreren Stunden merkt man, wie die Energie richtig weg geht, außerdem konnte ich mit meinen kurzen Haxen nicht stehen! Am Ende hat mich mein fantastischer Kollege, der großgewachsene Niki Ofczarek, gerettet, indem er mich aus dem Wasser getragen hat. Noch nie in meinem Leben war ich so erschöpft.

"Krone": Wie wurden Sie und das Drehteam von den Waldviertlern aufgenommen?
Palfrader: Ich selber bin vor 19 Jahren zum ersten Mal hergekommen und habe begonnen, das Großelternhaus meiner Frau zu renovieren. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein glühender Waldviertler bin. Wir sind bei den Dreharbeiten liebevollst aufgenommen worden, vor allem auch von den Bürgermeistern der Gegend. Uns wurde Kuchen ans Set gebracht!

"Krone": War man nicht misstrauisch, dass "Braunschlag" eine Anspielung auf "Braunau" sein könnte?
Palfrader: Nein, dazu gibt es auch keinen Anlass. "Braunschlag" ist ein fiktiver Name, der einfach authentisch klingen sollte. Ich bin überzeugt, dass wir nirgends in Österreich für unser Vorhaben so viel Unterstützung gefunden hätten wie hier im Waldviertel.

"Krone": Haben Sie eigentlich Verständnis für die aktuelle Debatte, dass das Amt des Bürgermeisters besser entlohnt werden sollte?
Palfrader: Der Job eines Bürgermeisters in einer Gemeinde auf dem Land ist sicher nicht lustig und wohl auch nicht der angenehmste. Wenn man möchte, dass fähige Menschen gute Arbeit leisten, dann muss man auf mehr hoffen als auf persönliches Engagement. Wie sagt man: Wenn du mit Erdnüssen bezahlst, bekommst du Affen. Gute Arbeit gehört gut bezahlt. Man muss bedenken, wie viel Geld von Bürgermeistern verwaltet wird und wie kompliziert die Abläufe zum Teil sind. 

"Krone": Wie haben Sie Ihren Bürgermeister angelegt?
Palfrader: Er ist ein recht ehrgeiziger Mensch, der ein bisschen verzweifelt und sehr experimentierfähig ist. Leider denkt er die Dinge nicht immer zu Ende. Unter anderem kommt er auf die Idee, eine Marien- Erscheinung zu fingieren, um die Gemeinde aus dem finanziellen Desaster zu führen. Die Drehbücher von David Schalko waren einfach sensationell. Da ist uns, glaube ich, wirklich was gelungen.

"Krone": Wird man einen ernsthafteren Robert Palfrader kennenlernen?
Palfrader: Absolut. Wir haben peinlichst darauf geachtet alles Kabarettistische und den Zug zur Wuchtel wegzulassen. Es ist sehr, sehr lustig, aber nie eine Parodie.

"Krone": War es für Sie befreiend, sich von einer anderen Seite zeigen zu können?
Palfrader: Ich habe doch, mit Ausnahme von zwei Theaterstücken und den Kabarettprogrammen mit Florian Scheuba, vier Staffeln "Echt fett", "Undercover", "Die liebe Familie Next Generation" und "Wir sind Kaiser" gemacht. Da war der Stegreif- Anteil enorm hoch. Insofern war es befreiend, sich auf ein grenzgeniales Drehbuch verlassen zu können. 

"Krone": Haben Sie auch noch Lust auf weitere Folgen oder Sondersendungen von "Wir sind Kaiser"?
Palfrader: Es ist halt schwierig, wenn man nur auf eine Kunstfigur reduziert wird. Ich werde heuer 43 Jahre alt, und ich habe einfach das Gefühl gehabt, dass ich nicht als "Kaiser" in Pension gehen möchte. Vorher möchte ich noch etwas herzeigen. Als Alternative hätte ich mich vielleicht auch hinter die Kamera zurückgezogen.

"Krone": In der Trauerzeit um Otto von Habsburg konnte ich in den ORF- "Seitenblicken" einen Auftritt von Ihnen als "Kaiser" bei einem Oldtimer- Rennen sehen. War es Ihnen unangenehm?
Palfrader: Nicht wirklich. Die von mir dargestellte Kunstfigur, die unterhalten soll, hat mit den Habsburgern überhaupt nichts gemeinsam. Ich wurde von mehreren Zeitungen aufgefordert, doch einen humoristischen Kommentar zum Tod von Otto Habsburg abzugeben. Ich habe dann darauf aufmerksam gemacht, dass es daran nichts Humoristisches gibt, weil ein Mensch gestorben ist. Außerdem muss man beim Herrn Habsburg respektieren, dass er einiges geleistet hat, und er kann ja nichts dafür, dass er ein Habsburger war. Ich habe ihm das nicht übel genommen.

"Krone": Hat Sie sein Tod betroffen gemacht?
Palfrader: Wenn jemand in diesem hohen Alter im Kreise seiner Familie stirbt, macht mich das nicht betroffen. Betroffen macht mich allerdings, wenn alle paar Minuten in Afrika ein armes Kind an Hunger stirbt. Das macht mich sogar ganz wütend. Betroffen macht mich, was in Norwegen passiert und dass es in unserem Land Menschen gibt, die den Täter im Internet als "Freiheitskämpfer" bezeichnen.

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28.07.2011, 17:05
Nadia Weiss, Kronen Zeitung
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