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05.12.2016 - 00:28

Gerard Depardieus Steuerflucht sorgt weiter für Aufsehen

05.01.2013, 17:00
Die Aufregung um Gerard Depardieus Steuerflucht reißt nicht ab: Während der Polit-Streit weitertobt, klopfen prominente Kollegen wie Johnny Hallyday "Gégé" via Twitter auf die Schulter.

Eigentlich wollte Gerard Depardieu nur der französischen Reichensteuer entgehen. Dass er damit zum Zentrum einer leidenschaftlichen politischen Debatte werden würde, ahnte wohl nicht einmal der populäre Schauspieler selbst. Aber seit der Darsteller des Obelix, des Grafen von Monte Christo, des Columbus und Dutzender anderer Rollen angekündigt hat, in das belgische Dörfchen Néchin zu übersiedeln, reißen die Schlagzeilen nicht mehr ab.

Erst am Donnerstag verlieh Präsident Putin seinem "Freund" mit einem Dekret die russische Staatsbürgerschaft. Ob Depardieu nun etwa nach Moskau zieht? Einer würde da wohl etwas enttäuscht sein: Daniel Senesael, der Bürgermeister der belgischen Gemeinde Estaimpuis, zu dem das Dörfchen Néchin gehört. Der sendete in Anlehnung an Depardieus Rolle des Obelix seiner Gemeinde nämlich als Asterix verkleidet die diesjährigen Neujahrsgrüße und freut sich, mit dem vermeintlichen neuen Bürger auch endlich mehr Aufmerksamkeit für Néchin und Estaimpuis zu bekommen.

Auch der gallische Rockstar Johnny Hallyday – ebenfalls ein Steuerflüchtling, der schon vor Jahren nach Gstaad auswanderte – freut sich über Depardieus Entscheidung, Frankreich den Rücken zu kehren. Er postete auf Twitter eine Fotomontage, wo "Gégé", wie Depardieu von Freunden genannt wird, auf Präsident Francois Hollande, äh, pinkelt – als Brüsseler Manneken Pis (Bild 2). "Sacré Gégé!" ("Verdammt, Gerhard!"), schrieb Hallyday dazu, und der XL- Mime twitterte zurück: "Merci à toi l'ami" – "Danke, mein Freund."

Gegner der Reichensteuer, die einen Spitzensatz von sagenhaften 75% vorsehen würde, graben genüsslich immer neue Beispiele von Nationalhelden aus, die ihr Geld vor der sozialistischen Regierung in Sicherheit gebracht haben. Filmbeau Alain Delon lebt bereits seit 1985 in der Schweiz. Und schon vor dem lautstarken Obelix Depardieu hat Asterix Christian Clavier das Weite gesucht – er lebt in England.

Gerard hat sein Pariser Stadtpalais in der Rue du Cherche- Midi (stattliche 1.800 m²) bereits zum Verkauf angeboten. Das weit verzweigte Firmenimperium (darunter das Restaurant La Fontaine Gaillon und das Weingut Château de Tigné) bleibt freilich in der Grande Nation, der er auch als Leinwand- Kassenmagnet nicht abhandenkommt. "Gégé" steht zurzeit mit Fanny Ardant für das Musikerdrama "Cadences obstinées" vor der Kamera.

05.01.2013, 17:00
Karin Schnegdar, Kronen Zeitung/red
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