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16.08.2017 - 19:23
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Wiener Pensionist gesteht vor Gericht Kindesmissbrauch

13.01.2010, 16:23
Ein 61-jähriger Pensionist aus Wien hat sich am Mittwoch vor dem Salzburger Landesgericht wegen Kindesmissbrauchs verantworten müssen. Der Mann legte vor dem Schöffensenat ein umfassendes Geständnis ab. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem sprach die Richterin dem Opfer 20.000 Euro Schadensersatz zu.

Der 18 Jahre zurückliegende Fall kam erst im Dezember 2007 ans Tageslicht, als das mittlerweile 30- jährige Opfer Anzeige bei der Polizei erstattete. Das Gericht warf dem ehemaligen Betreuer am Mittwoch nicht nur Unzucht mit Unmündigen, sondern auch Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses vor. Der damals in Wien wohnhafte Bub war noch keine 14 Jahre alt, als er nach eigenen Angaben im Sommer 1992 und 1993 während seines Ferienaufenthalts im Pongau missbraucht wurde.

"Zu Burschen hingezogen gefühlt"

"Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft stimmen alle. Es tut mir leid", erklärte der Pensionist nun vor Gericht. Der pädagogische Leiter eines Vereins habe sich früher zu einigen Burschen hingezogen gefühlt und während des Ferienaufenthalts im Pongau veranlasst, dass der damals 13- jährige Bub in seinem Zimmer übernachtete. Bevor es zu den sexuellen Handlungen gekommen sei, habe er ihn auf den Schoß gesetzt und "betatscht". In der kontradiktorischen Einvernahme berichtete der mittlerweile erwachsene Zögling, dass er das keinesfalls wollte.

Spätfolgen des Martyriums

Bei dem Opfer wurde eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt, die laut Staatsanwältin Barbara Feichtinger einer schweren Körperverletzung entspricht. Der Mann leidet noch heute an dem Martyrium aus der Ferienlagerzeit. "Er geht nicht mehr unter die Leute, kann keine Beziehungen mehr eingehen, hat eine massive Zukunftsangst und es ist auch ein Lebensüberdruss aufgetreten. Durch die massive Verdrängung erlitt er eine Gedächtnisstörung", sagte Gerichtspsychiater Bernhard Mitterauer.

Pensionist zeigt Mitleid mit dem Opfer

Der Pensionist war bereits 1995 vom Wiener Landesgericht für Strafsachen wegen Missbrauchs an zwei Zöglingen in Ferienlagern zu einer teilbedingten Haft von 14 Monaten - vier Monate davon unbedingt - verurteilt worden. Der insgesamt acht Mal vorbestrafte Angeklagte zeigte Mitleid mit seinem Opfer. "Es wäre mein Wunsch, dass er wieder zu einem normalen Leben kommt."

"Ich bin krank"

Seine homosexuellen Neigungen habe er abgelegt, "ich habe seit acht Jahren kein Interesse daran, ich bin krank", betonte der Angeklagte. Sein Verteidiger Michael Hofer meinte, "mein Mandant möchte sich von seiner Vergangenheit distanzieren. Er ist bereit, die Strafe anzunehmen. Er ist gesundheitsbedingt nicht mehr in der Lage, derartige Taten künftig durchzuführen, und hat auch kein Interesse daran." Auch die Staatsanwältin akzeptierte sogleich das Urteil.

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