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21.08.2017 - 23:49
Gegen die Öffnung: Max Mayr Melnhof befürchtet weit reichende Konsequenzen.
Foto: Markus Tschepp

Mountainbiker wollen freie Fahrt am Untersberg

13.07.2015, 22:11
Der Konflikt wird österreichweit ausgetragen. Jetzt fordern Mountainbiker mit massiver Unterstützung der Naturfreunde am Untersberg freie Fahrt. Sollen Radfahrer bald auch auf steilen Passagen in die Pedale treten dürfen? Kritiker sehen das als Gefährdung von Tieren und Wanderern.

Teile der Wege (insgesamt 56 Kilometer) im Mayr Melnhofschen Forst sind bereits offen: "Wir geben sie dort frei, wo es Anknüpfungspunkte gibt", informiert Betriebsleiter Frank Diehl und meint die Untersberg- Runde. Insgesamt ist das Mountainbiken auf rund 40 Prozent der Salzburger Forstwege erlaubt. Die Aufständler planen auf einem gesperrten Weg der Mayr Meln’hofschen Forstverwaltung in Großgmain eine Protest- Aktion. Dort kontert man mit einer ganzen Reihe von Fakten:

Die Störung der Natur: "Ein Mountainbiker hat einen viel größeren Radius als ein Wanderer", betont Betriebsleiter Diehl. Ganz zu Schweigen von einem E- Biker, der oft ganze Talschaften abfährt. Bergradler kommen generell schnell und leise. "Das Wild erschrickt viel mehr", weiß Diehl aus vielen Beobachtungen. Die Straßenböschung sei zudem auch Lebensraum für andere kleine Tiere. Die Wege werden als Betriebsstätte genutzt: "Wir bringen dort unser Holz ins Tal. Die Straßen dürfen nicht breiter sein als notwendig", so Diehl. Was wieder ein Unfallrisiko bedeute. Radfahrer hätten am Schotter einen langen Bremsweg. Auf lehmigem Untergrund graben sich die Reifen der Biker oft tief ein und die Wege gehen kaputt. Diehl überlegt weiter: "Was ist dann das Nächste? Die Reiter?" Die Haftungsfrage: Laut Naturfreude wäre das mit einer Gesetzesänderung zu regeln. Bei der Mayr Melnhofschen Forstverwaltung sieht man das nicht so. Nicht nur das Forstgesetz regle das Miteinander im Wald. "Das Risiko erhöht sich auf offenen Straßen", ist Diehl überzeugt.

Naturfreunde kämpfen für "Naturerlebnis"

Ohne Einschränkung wollen die Naturfreunde Radfahrer auf Forstwegen ausschwärmen lassen: "Straßen sind sowieso ein Einschnitt. Was stört mehr? Holzverarbeitung oder ein Radfahrer?", meint Sophia Burtscher. Österreichweit werden mit "Upmove" (Mountainbike- Community und Eventveranstalter) Aktionen geplant. 15.000 Unterschriften wurden gesammelt. Die "Konfrontation" am Klingersteig beim Latschenwirt ist für Donnerstag geplant. Auch Salzburgs Zweite Landtagspräsidentin Gudrun Mosler- Törnström macht sich für die Biker stark. "Eine illegale Aktion", so die Gutsverwaltung. Sie will den Bergradlern aber keine Bühne bieten und öffnet die Forststraßen für einen Tag für alle Nutzer. Pro Radler: Gudrun Mosler- Törnström (SPÖ). Als Zweite Landtagspräsidentin wurde sie in Form eines Öl- Gemäldes verewigt.

13.07.2015, 22:11
Sabine Salzmann, Kronen Zeitung
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