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22.07.2017 - 11:16
Über Jahrhunderte hat sich der Bergstock bestens bewährt.
Foto: Mooslechner

Holz hat eine Seele

30.03.2017, 23:30

Beinahe täglich hält sich der pensionierte Förster Walter Mooslechner auch heute noch im Wald auf. Hier fühlt er sich wohl, weiß bestens über das Wunderwerk Holz Bescheid. In seinem neuesten Buch geht er dem alten, wieder auflebenden Handwerk auf die Spur.

Schon beim Betreten des prachtvollen Holzhauses von Walter Mooslechner in St. Veit fühlt man sich wohl und geborgen. "Holz hat eine Seele, so wie die Menschen auch", erklärt der Forstamtsrat in Rente. Dass er sein Wissen eines Tages niederschreibt, hätte er nie für möglich gehalten. "Und jetzt schon zum zehnten mal", lächelt der Forstexperte. "Holz HandWerk" nennt sich sein aktuelles Naturbuch, das am 3. April unter dem Verlag Anton Pustet erscheint.

4000 Bilder hat er zur Auswahl geschossen und gesammelt. Darunter halbvermoderte Wurzelgeister, die wie Tiere aussehen. Er lernte interessante Persönlichkeiten kennen wie Stefanie Gaugelhofer mit ihren Heiliggeisttauben, auch "Suppenbrunzer" genannt, die über den Küchentisch hängend den Haussegen bringen sollen. Oder Engelbert Sampl aus Unternberg im Lungau, der als letzter Binder in Salzburg tätig ist. "Damals wurden bis zu 30.000 Holzfässer pro Jahr mit dem Salz aus Hallein verschifft. Auch heute finden die Fässer noch Verwendung, beispielsweise in der Sauna", weiß Mooslechner.

Mein erster Bergstock begleitete mich über Jahrzehnte

Für die Bauern jedenfalls war Holz unverzichtbar. Entstanden sind Rechen, Zäune, Zillen, Körbe oder Kraxen. Auch Brauchtumslegende Sepp Forcher war Kraxenträger und hat sich damit seinen ersten Broterwerb verdient. Er war für die Versorgung des Heinrich- Schwaiger- Hauses am Wiesbachhorn und der Oberwaldhütte auf dem Großen Burgstall in der Glocknergruppe zuständig. Das Durchschnittsgewicht der Lasten, die er trug, lag zwischen 50 und 70 Kilogramm.

Auch die Bergsteiger setzten auf den Naturstoff, hatten stets ihre Bergstöcke dabei. Walter Mooslechner ging im Jahr 1960 auf die Suche nach einem möglichst geradwüchsigen Haselstock und fertigte sich ein eigenes Exemplar. "Mein erster Bergstock begleitete mich über Jahrzehnte bei unzähligen Reviergängen", erinnert er sich gerne zurück.

Besonders fasziniert haben den begnadeten Musikant die Instrumente aus Holz. "Die Bergknappen bauten in Mühlbach am Hochkönig Kupfererz ab, waren sehr arm. In ihrer knappen Freizeit stellten sie Flöten, Tuben, Tschinellen, Trommeln aus Holz her. In der Tracht der einstigen Bergknappen spielt die Mühlbacher Holzmusi bei meiner Buchpräsentation mit geladenen Gästen in Großarl auf."

Der Forstfachmann ist bei seinen Recherchen immer wieder auf Geheimnisse gestoßen, hat neues entdeckt und spürt den Trend, dass wieder vermehrt auf Holz gesetzt wird, deutlich.

Sandra Aigner, Kronen Zeitung

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