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21.08.2017 - 08:54
Foto: APA/OEAMTC

Deutsche Urlauber lösten die meisten Einsätze aus

04.10.2010, 14:11
Selbstüberschätzung, Leichtsinn und mangelnde Tourenplanung sind oftmals Ursachen für gefährliche Situationen am Berg. In Salzburg waren besonders deutsche Urlauber 2009 dafür verantwortlich: 63,5 Prozent der 408 Einsätze gingen auf deren Konto, 6,5 Prozent entfielen auf Tschechien und Ungarn, der Rest auf Österreicher.

Die Hilferufe erschöpfter Wanderer oder jener, die am Berg in ein Gewitter geraten, fallen in der Einsatzstatistik zunehmend ins Gewicht. "In den vergangenen Jahren hatten wir etliche Einsätze wegen Erschöpfung, weil Bergsteiger die Tour ganz einfach unterschätzt haben oder auch bei schlechten Wetterverhältnissen durchziehen wollen. Auch rufen immer mehr Leute um Hilfe, wenn sie von einem Gewitter am Berg überrascht werden", so Bernd Tritscher, Chef der Bergrettung Saalfelden.

Zahl der Einsätze stark gestiegen

Wurden 2008 in Salzburg 267 Einsätze registriert, so waren es heuer bereits 397. "Dabei haben wir die stärksten Zeiten noch vor uns", so Maria Riedler von der Salzburger Bergrettung. "Ich habe das Gefühl, dass der Respekt vor dem Berg verloren geht und der Berg zunehmend als 'Sportgerät' angesehen wird. Immer mehr Menschen sind mit Puls- und Höhenmesser unterwegs. Sie streben nach Leistung, nicht nach Erlebnis. Aber Bergsteigen ist mehr als Sport, Bergsteigen ist ein Lebensgefühl", kritisierte Tritscher.

Bessere Ausrüstung verleitet zu Selbstüberschätzung

Die Alpinisten von heute sind zwar viel besser ausgerüstet als noch vor 20 Jahren, was jedoch viele dazu verleitet, "sich in Situationen zu begeben, denen sie weder physisch noch psychisch gewachsen sind", stellte der Chef der Saalfeldener Bergrettung fest. Musste man früher oft auf teilweise veraltete Literatur zurückgreifen, bekommt man heutzutage eine Fülle von Informationen übers Internet und durch die diversen Gebiets- , Wander- und Kletterführer. Wettervorhersagen werden immer genauer, Klettersteige immer sicherer und Hightech am Handgelenk - wie etwa GPS - immer erschwinglicher. Für Tritscher eine bedenkliche Entwicklung: "Und sollte mal was passieren, genügt ein Anruf und schon wird man per Helikopter vom Berg geholt, zahlt eh die Versicherung."

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