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22.09.2017 - 18:12
Foto: Helmut Gruber (Symbolbild)

Bösartige Bienenpest im Pongau gemeldet

28.04.2016, 10:26

Es ist der Albtraum eines jeden Imkers, wenn festgestellt wird, dass etwas mit den geliebten Bienen nicht stimmt. Eine bittere Nachricht ereilte aktuell zwei Züchter aus dem Pongau. Bösartige Faulbrut wurde festgestellt - eine anzeigepflichtige, ansteckende Erkrankung der Bienenbrut. Wichtig: Schnelles Handeln.

Die Amerikanische - auch Bösartige - Faulbrut (AFB), ist eine äußerst ansteckende, bakterielle Infektion der Bienennachkommen, die zum Absterben der Brut führt. Die Erkrankung betrifft die Streckmaden. Sie befinden sich in der bereits mit einem Wachsdeckel verschlossenen Brutzelle. Im Erkrankungsverlauf löst sich die gesamte Körperstruktur der Larven auf und es bleibt nur eine zähe, braune, schleimige Substanz übrig, die später zu einem dunklen Schorf eintrocknen kann. Die "Bienenpest" ist in Österreich bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde laut Bienenseuchengesetz anzeigepflichtig. Betroffen sind aktuell zwei Imker aus Altenmarkt und Eben. "Die Züchter haben nun den behördlichen Auftrag, Sanierungs- und Bekämpfungsmaßnahmen vorzunehmen. Am besten eignet sich hierfür ein Kehrschwarmverfahren, in dramatischen Fällen muss das gesamte Volk vernichtet werden", erklärt Salzburgs Landesveterinär Josef Schöchl die gravierenden Auswirkungen der Krankheit. Enorm wichtig ist die rasche Desinfektion der restlichen Waben und Geräte. In Österreich ist die Anwendung eines Medikaments zur Bekämpfung der AFB verboten. Honig mit Antibiotikarückständen ist weder als Lebens- noch als Futtermittel zulässig.

Sperrung des Bestandes im Umkreis von 3 km

Das große Problem ist, dass der Bestand gesperrt werden muss. "Es muss eine Zone von drei Kilometern um den Schwarm gezogen werden - weiter fliegen die Bienen nicht. Alle vorhandenen Bienenstöcke in diesem Umkreis müssen von Sachverständigen, oder wie in diesem Fall, von einer Amtstierärztin kontrolliert werden. Besteht ein weiterer Verdacht, muss erneut diese Zone gezogen werden. Da ist sofortiges Handeln angesagt", erklärt Schöchl die Vorgehensweise. Theoretisch ist es durchaus möglich, dass sich die Krankheit weiter ausbreitet, "Bienen halten sich schließlich nicht an Grenzen", so der erfahrene Tierarzt.

Letzter Fall im Herbst 2015

Erst im vergangenen Herbst wurde ein Fall in Wagrain bekannt. Zu diesem Zeitpunkt war es zu spät, sich an die Sanierungsmaßnahmen zu machen, da die Bienen nicht aus dem Winterschlaf gerissen werden durften. Dies ist erst wieder im Frühjahr, also jetzt, möglich.

Für Mensch und Honig gänzlich ungefährlich

Da der Erreger "Bacillus larvae" nur Bienenmaden befallen kann, ist er für den Menschen völlig ungefährlich. Deshalb kann auch sporenbelasteter Honig daher ohne Gefahr verzehrt werden. Verdachtsmomente können sein:
-) Einzeln stehen gebliebene verdeckelte Brutzellen.
-) Sehr lückenhafte Brut (schwacher Verdacht, kann auch andere Gründe haben, z. B. Varroose)
-) Knochenleimartiger Geruch beim Öffnen der Beute
-) Verfärbungen der gedeckelten Brut mit eingefallenen oder sogar löchrigen Zelldeckeln.
-) Zu diesem Zeitpunkt ist das Volk sehr schwach. Eine Überprüfung ist dann schnellstens zu empfehlen. Allerdings vergehen zwischen Infektion und Krankheitsausbruch oft Wochen bis Monate, abhängig vom Zustand des Bienenvolks und Bakterienstamm.
-) Die Zahl der gemeldeten Krankheitsausbrüche in Österreich variiert von Jahr zu Jahr stark. Im Zeitraum 1998 bis 2006 wurden zwischen 49 und 383 betroffene Bienenstände pro Jahr gemeldet.

28.04.2016, 10:26
Sandra Aigner, Kronen Zeitung/red
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