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26.04.2017 - 14:35

Alperer vertreiben in Krimml die Geister

13.11.2016, 06:00

Lautes Kuhglockengeläut in der rund 880- Seelen- Gemeinde Krimml. Jedes Jahr gehen die Alperer am Wochenende um Martini von Haus zu Haus. 22 Burschen zwischen sechs und 14 Jahren traten  am Samstag ihre weite Reise an und stapften durch 20 Zentimeter Neuschnee. Überraschte Gesichter nicht nur den Urlaubern.

Alpern ist ein uralter Brauch, der  in Krimml wiederbelebt wurde. Ganz selbstständig statteten am Samstag die Kinder ausnahmslos jedem Haushalt einen lautstarken Besuch ab, um den Almsommer auszuläuten, die bösen Geister zu vertreiben und den Segen für eine ruhige Adventszeit zu geben.

Den Wollhut am Kopf, eingehüllt in eine Wollweste, um den Bauch die schweren Tuschhåfen und Speisglocken geschnürt machten sich die 22 jungen Burschen  um Punkt 10 Uhr wieder auf ihre weite Reise, anfangs begleitet von dicken Schneeflocken und kühlen 2 Grad Celsius. Ganz vorne geht der Älteste der Gruppe - der Melcher als Anführer. In der einen Hand hält er einen langen Stock, in seiner anderen ein Horn vom Geißbock, auf dem Rücken den mächtigen "Bugglkorb".

Kleines Taschengeld für Melcher und seine Herde

Ihre Wege führen über steile Wiesen, hügelige Felder und Wanderpfade. Ortskundig ist jeder einzelne von ihnen.  Nach einem kurzen Marsch war es dann so weit. Die Alperer sind am ersten Haus angekommen. Mit voller Lungenkraft bläst der Melcher in sein Horn, macht mit diesem Signal auf sich aufmerksam. Seine Herde läutet so lange mit den Kuhglocken, bis sich die Haustüre öffnet. Dann wedelt ihr Chef mit dem Stock, um das Läuten zu stoppen.
Die Alperer bekommen meist eine kleine Geldspende oder Süßigkeiten. Am Ende wird alles unter den Jungs aufgeteilt - ein Jausengeld, das Freude macht.

"Wir haben einige Zweitwohngebiete in Krimml. Die staunten nicht schlecht, als die 22  Alperer an der Tür klingelten. Neben den Urlaubern ist es aber auch für ein paar Einheimische immer noch ungewöhnlich. Manche machen gar nicht erst auf, das ist aber selten der Fall", erklärt Obmann Klaus Lerch.

Huckepack wenn die Kraft ausgeht

Schon Tage zuvor sind die verkleideten Kinder aufgeregt. Nicht zuletzt, weil sie einen sehr weiten und anstrengenden Weg zurücklegen müssen. Vor allem für die jüngsten Teilnehmer ein immenser Kraftakt. Klaus Lerch weiß ein vorbildliches Beispiel zu erzählen: "Im vergangenen Jahr wollte Samuel, gerade Mal fünf Jahre jung, unbedingt bis zum letzten Haus mitgehen. Kurz vorm Ziel verließen ihn jedoch seine Kräfte. Alle zogen ohne lange zu überlegen an einem Strang, schulterten den jüngsten Teilnehmer und haben ihn den restlichen Weg getragen. Das zeigt den starken Zusammenhalt und die gelebte Gemeinschaft."

Oftmals macht den Buam das Alpern so viel Spaß, dass  sie sich die Zeit um Martini   nicht ohne dem von Haus zu Haus gehen vorstellen können. Mit Vollendung  des 14. Lebensjahres ist Schluss, das Mitgehen wird untersagt. So will es der Brauch aus dem Oberpinzgau eben.

13.11.2016, 06:00
Sandra Aigner, Kronen Zeitung
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