Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
09.12.2016 - 19:34
Hilmar Kabas wertete die "Paintball"-Bilder von Strache nicht als brisant.
Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER

"Paintball"- Fotos waren für Kabas nicht brisant

30.04.2014, 15:18
Der Prozess gegen den EU-Abgeordneten Ewald Stadler wegen Nötigung ist am Mittwoch fortgesetzt worden. Der ehemalige Freiheitliche soll FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache mit Jugendfotos, die ihn bei wehrsportähnlichen Übungen zeigen, unter Druck gesetzt haben, so die Anklage. Hilmar Kabas, dem Stadler die Bilder einst vorgelegt hatte, sah laut eigener Zeugenaussage keine Brisanz in dem Material. Peter Fichtenbauer und John Gudenus belasteten den Angeklagten.

Der damalige parteiinterne "Bürgeranwalt" Kabas berichtete in seiner mehr als dreistündigen Einvernahme, dass Stadler ihm die Bilder gezeigt habe, nach eigenen Aussagen als Warnung, "was da noch auf die Partei zukommen könne". Kabas aber hielt die Bilder für "nicht brisant. Ich habe damit nichts anfangen können und niemanden erkannt".

Stadler bezweifelte Kabas' Einschätzung, es handle sich auf den Fotos tatsächlich um Gotcha - so die offizelle Bezeichnung seitens Strache. Immerhin seien darauf keine für das Spiel typischen Waffen, sondern ein echtes Sturmgewehr (STG- 77) zu sehen.

Keine Angaben zu parteiinternem Zwist vor NR- Wahl

Zu einem angeblichen Zwist zwischen Stadler und der Parteispitze aufgrund der Reihung auf der Nationalratswahlliste konnte Kabas nicht viel sagen, von Spannungen will er aber sehr wohl etwas mitbekommen haben. Die Ablöse der vor 2007 von Stadler geleiteten Freiheitlichen Akademie durch das neu gegründete Freiheitliche Bildungsinstitut sei nicht in seiner Gegenwart kommuniziert worden sein: "Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dabei gewesen wäre."

Kabas hatte einen Untersuchungsbericht auf Basis unterschiedlicher Aussagen anderer Freiheitlicher - etwa Johann Gudenus - mithilfe eines Anwalts verfasst, der auf eine Nötigung Straches durch Stadler hinweisen könnte. Das Schriftstück habe man allerdings nach Stadlers Parteiaustritt nicht mehr gebraucht, berichtete der Zeuge, weswegen nie Anzeige erstattet wurde.

Gesammelte Vorwürfe gegen Stadler nicht angezeigt

Staatsanwältin Stefanie Schön wollte wissen, warum die FPÖ die in Kabas' Bericht erhobenen Vorwürfe nicht zur Anzeige gebracht habe, immerhin handle es sich um strafrelevante Sachverhalte. Der Bericht sei nach dem Austritt Stadlers obsolet gewesen, antwortete der Zeuge. In der ORF- Sendung "Zeit im Bild" veröffentlicht habe man die Fotos, da zu diesem Zeitpunkt angeblich schon mehrere Journalisten sowie BZÖ- Politiker davon gewusst hätten.

Gudenus und Fichtenbauer belasten Stadler

Die beiden anderen prominenten Zeugen des zweiten Prozesstages, FPÖ- Volksanwalt Fichtenbauer und der ehemalige FPÖ- Politiker John Gudenus - Vater des Wiener Landtagsabgeordneten Johann Gudenus- , belasteten den Angeklagten. Fichtenbauer berichtete, die Parteispitze habe ihn "in äußerst alarmierter Art und Weise" zu Hilfe geholt, nachdem Stadler mit der Veröffentlichung gedroht haben soll.

Nach der Beratung in Straches Büro soll die Partei zum Schluss gekommen sein, sich nicht von Stadler erpressen zu lassen, berichtete Fichtenbauer, der sich aber über weite Strecken nicht mehr an die Vorgänge genau erinnern konnte. Gudenus, der einst wegen Holocaust- Leugnung vor Gericht gestandene ehemalige FPÖ- Politiker, beschrieb in seiner Aussage Stadler als sehr ehrgeizigen Mann, der seinen Vorsitz in der Freiheitlichen Akademie für eine Art "Privatfürstentum" gehalten habe.

Anbieter von Fotos war "ziemlich restfett"

Abschließend kam jener Mann zu Wort, der Stadler Fotos von Strache angeboten haben soll, die den FPÖ- Chef bei Aktivitäten mit der rechtsextremen Wiking- Jugend zeigen soll. Dieser bestritt das, die Staatsanwaltschaft ortete aber auch etliche Widersprüche zu dessen vergangenen Aussagen. Bei einem Treffen mit Strache und Stadler sei er zudem "ziemlich restfett" gewesen, beschrieb der Zeuge seinen eigenen Zustand. Der Prozess wird am 16. Juni fortgesetzt.

30.04.2014, 15:18
AG/Kronen Zeitung/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung