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03.12.2016 - 21:12
Foto: Stefan Zaklin/EPA/picturedesk.com, Airborne Technologies

Stadt Wien an Bau von Kampfflugzeugen beteiligt

12.04.2016, 17:37

Im Fall um den US- Unternehmner Erik Prince, der in Wiener Neustadt eine private Luftwaffe zimmern ließ, ist um eine brisante Facette reicher! So war auch die Stadt Wien am Umbau der Flugzeuge durch die österreichische Firma Airborne Technologies beteiligt - wenn auch über Umwege, wie das Nachrichtenmagazin "Vice" am Dienstag berichtete.

Prince, Gründer der berüchtigten Söldnerfirma Blackwater, hatte 2014 in Wiener Neustadt unter dem Auftragsnamen "Project Mike" zwei Thrush- 510- Agrarflugzeuge durch die Firma Airborne Technologies zu voll ausgerüsteten Kampfflugzeugen umbauen lassen. Eigentlich sind die Propellermaschinen zur Schädlingsbekämpfung gedacht, nach dem Umbau sollen sie aber in der Lage gewesen sein, Ziele auszuspionieren, diese mit Gewehrfeuer zu attackieren oder zu bombardieren.

Die Pläne zeigen, wie die Thrush zum Bombenabwurf modifiziert wurde.
Foto: theintercept.com
Die Pläne zeigen, wie die Thrush zum Bombenabwurf modifiziert wurde.
Foto: theintercept.com

Wie "Vice" berichtet, ist Prince selbst an Airborne Technologies mit über 25 Prozent beteiligt. Weit interessanter ist aber die Tatsache, dass sich mit 51,43 und 23,57 Prozent fast drei Viertel der gesamten Anteile auf ein Konsortium rund um den ehemaligen SPÖ- Finanzminister Andreas Staribacher und die Athena Wien Beteiligungen AG zerstreuen.

Wirtschaftsagentur bestätigt Beteiligung an Athena AG

Mit der Wirtschaftsagentur Wien hält wiederum ein Fonds der Stadt Wien Anteile an der Athena Wien Beteiligungen AG, wie deren Pressesprecherin Ursula Kainz am Dienstagmorgen gegenüber "Vice" bestätigte: "Ja, die Wirtschaftsagentur ist mit 15 Prozent an der Athena AG beteiligt." Man habe die Geschäftsführung der Athena Wien AG um ein Statement zu Airborne ersucht, hieß es weiter.

Airborne Technologies ist eigentlich auf die Ausstattung von Flugzeugen mit Überwachungskameras spezialisiert, doch bei "Project Mike" ging es darum, die harmlos wirkenden Agrarflugzeuge zu Kampffliegern umzurüsten - natürlich unter strengster Geheimhaltung, wie die Aufdeckerplattform "The Intercept" berichtete. So wurde Prince nur als "Echo Papa" bezeichnet, die Mechaniker und Ingenieure wurden angehalten, in Diskussionen zur Modifizierung und Bewaffnung der Flugzeuge Codewörter wie "aeromagnetisch" und "Sensor" zu verwenden.

Die Thrush 510-G
Foto: Airborne Technologies
Das Cockpit der Thrush 510-G
Foto: Airborne Technologies
An der Unterseite der Thrush 510-G wurden Kameras und Infrarotsensoren angebracht.
Foto: Airborne Technologies

Airborne beteuerte in einer Stellungnahme für "Intercept", "allen relevanten und anwendbaren Exportbeschränkungen und Regulierungen Folge geleistet" zu haben. Man habe sich an alle Gesetze gehalten. Zudem enthalte der Artikel der Aufdeckerplattform eine Vielzahl an Unwahrheiten und falschen Informationen. Peter Pilz, Sicherheitssprecher der Grünen, der die Unterlagen von "The Intercept" erhalten hatte, kündigte eine Untersuchung in Österreich an.

Blackwater-Gründer und Ex-CIA-Mitglied Erik Prince
Foto: Stefan Zaklin/EPA/picturedesk.com
Blackwater-Söldner im Irak (2005)
Foto: Ahmad Al-Rubaye/AFP/picturedesk.com

Blackwater: Berüchtigter Söldner- Dienstleister

Das von Erik Prince gegründete Unternehmen Blackwater war ein militärischer Dienstleister, der unter anderem während des Einsatzes von US- Truppen im Irak tätig war. Vor rund einem Jahr wurden vier ehemalige Mitarbeiter der US- Sicherheitsfirma zu Haftstrafen im Zusammenhang mit einem Blutbad in Bagdad mit bis zu 17 Toten im Jahr 2007 verurteilt. Sie hatten damals willkürlich in die Menge gefeuert.

Ein Helikopter der Firma Blackwater im Irak (2005)
Foto: ALI YUSSEF/AFP/picturedesk.com

Video: Hier hebt eine Thrush 510 ab

12.04.2016, 17:37
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