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Foto: APA/HANS PUNZ / Video: Puls4

"Bin weder Feminist noch Macho - ich bügle gerne!"

04.04.2016, 09:00

Die sechs Präsidentschaftskandidaten haben am Sonntagabend auf Puls 4  ihre erste Elefantenrunde absolviert (Video- Zusammenfassung oben!). Größere inhaltliche Überraschungen blieben aus. Mit Ja/Nein- Taferln mussten die Kandidaten Fragen zu diversen Themen beantworten - etwa, ob sie sich als Feminist(in) sehen. "Ich bin weder Feminist noch Macho, ich bügle auch gerne!", antwortete Norbert Hofer von der FPÖ. Auch ihre Englischkenntnisse mussten die Hofburg- Anwärter unter Beweis stellen.

Bei der ersten Frage, "Hätten Sie die Regierung im vergangenen Jahr entlassen?", hielten Baumeister Richard Lugner und Hofer ihr Ja- Taferl in die Höhe. Hofer hätte die Regierung wegen angeblicher Rechtsbrüche in der Flüchtlingskrise entlassen.

Regierungsbildung: Hofer vs. Van der Bellen

Bei der Frage, ob der Regierungsbildungsauftrag automatisch der stärksten Partei zufallen sollte, zückten Lugner und Ex- Grünen- Chef Alexander Van der Bellen das Nein- Taferl. Letztgenannter geriet daraufhin mit Hofer aneinander, der Van der Bellen dessen Gedankenspiel vorhielt, im Fall einer absoluten Mehrheit der FPÖ Neuwahlen auslösen zu können. Das sei nur eine "theoretische Option", verteidigte sich Van der Bellen: "Man darf schon mal auf die Rechtslage hinweisen." Hofer hingegen würde die Grünen, wenn sie stärkste Partei wären, mit einer Regierungsbildung beauftragen.

Kritik für seine Haltung erntete Van der Bellen von Rudolf Hundstorfer: "In Wahrheit werden Sie dadurch zum Steigbügelhalter für die FPÖ", der Bundespräsident dürfe nicht nach persönlichen Befindlichkeiten handeln, so der SPÖ- Kandidat.

Foto: APA/HANS PUNZ
Foto: APA/HANS PUNZ

Lugner: "Da sage ich, ich bin die Marilyn Monroe"

Einig waren sich alle Kandidaten in ihrer Selbsteinschätzung als "unabhängig". Griss dazu: "Das kann nur ich für mich in Anspruch nehmen. Mir zahlt keine Partei etwas." Dem entgegnete Lugner: "Frau Griss ist oberste Richterin in unserem Land. Es wird mir immer mitgeteilt, oberster Richter wird man nur aufgrund seiner Qualifikation und nicht weil es rote oder schwarze Schützenhilfe gibt. Da sage ich, ich bin die Marilyn Monroe, weil das glaubt mir auch niemand."

Khol: "Ohne Türkei keine europäische Lösung"

Bezüglich der Flüchtlingskrise verteidigte Andreas Khol (ÖVP) den EU- Türkei- Deal zur Eindämmung der Flüchtlingsströme: "Ohne die Türkei gibt es keine europäische Lösung." Dem erteilte Hofer eine Absage: "Das ist eine Selbstaufgabe der EU. Damit tun wir unseren Kindern und Enkelkindern nichts Gutes, damit machen wir uns erpressbar."

Gegen Ende der Sendung mussten die Kandidaten auch ihre Fremdsprachenkenntnisse unter Beweis stellen. Die Aufgabe bestand darin, zum transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA kurzerhand auf Englisch Stellung zu beziehen. Dabei konnten vor allem Van der Bellen, Griss und Khol punkten, Hundstorfer versuchte, sich so kurz wie möglich zu halten, Lugner tat sich schwer.

Foto: APA/HANS PUNZ

Hofer: "Bin weder Feminist noch Macho"

Mit Ausnahme von Hofer sehen sich die Kandidaten als Feminist(in). "Ich bin weder Feminist noch Macho", sagte Hofer. "Meine Frau und ich führen eine sehr partnerschaftliche Beziehung, in der jeder seinen Teil beiträgt. Ich bügle auch, ich tue das wirklich gerne. Ich glaube, das muss jeder vorleben."

Griss fand es deprimierend, dass das immer noch ein Thema sei: "Es müsste doch ganz selbstverständlich sein, dass Frauen alle Möglichkeiten haben, alle Rechte haben." Lugner dazu süffisant: "Wir nehmen Sie eh wahr, oder tun wir Sie diskriminieren?"

Die Hofburg-Kandidaten: Van der Bellen, Griss, Hundstorfer, Khol, Hofer, Lugner (v.l.)
Foto: APA/HANS PUNZ

Umfrage: Hofer und Griss konnten punkten

Bei den Zusehern konnten, zumindest laut einer OGM- Umfrage unter 500 von ihnen, am Ende Hofer mit 26 Prozent und Griss mit 24 Prozent am meisten punkten. Bei der Frage, wer Österreich am besten auf dem internationalen Parkett vertreten würde, lag Griss wiederum knapp vor Hofer. Besonders bürgernah wurden in der Befragung Hofer und Hundstorfer eingeschätzt. Letzter bei allen Fragen wurde Lugner, Vorletzter Khol - "eine Challenge für mich, die Performance noch zu verbessern", sagte der ÖVP- Kandidat.

Am Montag folgt auf Puls 4 gleich die nächste Sendung zur bevorstehenden Hofburg- Wahl. Unter dem Titel "Wer wird Präsident? - Der Eignungstest" stehen einander Griss und Lugner ab 22.05 Uhr im direkten Duell gegenüber.

04.04.2016, 09:00
fho, krone.at/AG
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