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23.05.2017 - 17:36
Die Ausgrabung eines römischen Kalkbrennofens in Enns
Foto: APA/OÖ Landesmuseum/Robert Koch

Riesige römische Kalkbrennanlage in Enns entdeckt

13.07.2016, 14:21

Einen Sensationsfund haben Archäologen im Enns gemacht. In der oberösterreichischen Stadt wurde die bis dato größte bekannte Kalkbrennanlage in den Rhein- Donau- Provinzen des Römischen Reiches entdeckt. Sie war Voraussetzung für die rege Bautätigkeit der Römer, als diese an der Wende des 2. und 3. Jahrhundert Militär in Enns stationierten.

Laut Angaben der Forscher handelt es sich um eine Batterie von insgesamt zwölf Brennöfen. Erste Spuren davon fand man bereits 2008 bei einem Straßenbau. Seit dem heurigen April führen Archäologen in Enns eine Ausgrabung durch und legten dabei einen der Öfen mit einer Höhe von über vier Metern und einem Durchmesser von 3,8 Metern frei. "Es handelt sich zweifellos um einen der besterhaltenen römischen Kalkbrennöfen überhaupt", so ihr Befund.

Ofen wurde als "Mülleimer" verwendet

Damit nicht genug weist die Entdeckung noch eine Besonderheit auf: In der Spätantike - vermutlich im Laufe des 4. Jahrhunderts - wurde der Ofen nur noch als "Mülleimer" verwendet. So konnten daraus mehrere tausend Fundobjekte geborgen werden. Darunter nicht nur Ziegel und einige Metallobjekte wie Münzen und diverse Keramik, sondern auch Knochenteile von Rindern, Pferden beziehungsweise Maultieren, Ziegen und Schafen sowie von einem Hund.

Besonders jubeln die Ausgräber aber über die Fragmente von zwei Hercules- Statuen sowie einen vollständigen Weihealtar. Die Steindenkmäler hätten vermutlich im Ofen zu Kalk gebrannt werden sollen, doch dazu ist es nicht mehr gekommen. Deswegen hat das Ausgrabungsprojekt auch den Titel "Hercules im Kalkbrennofen" bekommen.

Unterteil einer Hercules-Statuette aus Marmor
Foto: APA/OÖ Landesmuseum
Die Freilegung eines dem Hercules geweihten Altars
Foto: APA/OÖ Landesmuseum

Kalkbrennerei Voraussetzung für römische Baukultur

Die Kalkbrennerei der Römer war die Voraussetzung für ihre bis heute gerühmte Baukultur. Ohne Kalk wäre die Gussmörteltechnik nicht möglich gewesen, mit der unter anderem das Pantheon, die Kaiserthermen, Aquädukte und Hafenanlagen errichtet wurden. Ohne sie gäbe es auch keine Estrichböden oder Fresken auf Wandputz.

Der Fund wird einer der Höhepunkte der oberösterreichischen Landesausstellung 2018 sein, die den Arbeitstitel "Die Römer am Donaulimes in Oberösterreich" trägt und die Bedeutung der Römer für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Region aufzeigt. Im Zentrum steht dabei Enns (Lauriacum), wo die "Legio Il Italica" (die "zweite Legion der Italiker", Anm.) - der größte militärische Stützpunkt der Provinz Noricum - stationiert war und sich auch eine große Zivilsiedlung mit geschätzten 20.000 Einwohnern befand. Zum Vergleich: Das heutige Enns hat nur 12.000 Einwohner.

13.07.2016, 14:21
AG/red
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