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25.04.2017 - 02:35
Foto: APA/dpa/Chris Gossmann

D: Wollte Syrer mit Anschlagsplan den IS abzocken?

02.01.2017, 15:54

Im deutschen Saarland ist am 31. Dezember ein Syrer festgenommen worden, der im Verdacht steht, einen Terroranschlag an Silvester geplant zu haben. Der 38- jährige Verdächtige dementiert die Vorwürfe. Er habe sich die Pläne für Anschläge mit sprengstoffbeladenen Fahrzeugen auf größere Menschenmengen nur ausgedacht, um von der Terrormiliz IS Geld zur Unterstützung seiner Familie in Syrien zu kassieren. Auch die deutschen Behörden zweifeln an einer konkreten Bedrohung durch den Asylwerber, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt.

Wie "Spiegel Online" am Montag berichtete, wurde der 38- jährige Syrer Hasan A. in den frühen Morgenstunden des 31. Dezember in seiner Wohnung in Saarbrücken festgenommen. Hintergrund seien demnach Hinweise auf einen geplanten Anschlag des Mannes zum Jahreswechsel gewesen. Der Asylwerber, der laut Behörden im Dezember 2014 nach Deutschland eingereist war und im Jänner 2015 einen Asylantrag gestellt hatte, sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Er hatte zunächst für längere Zeit in Hessen gelebt, bevor er ab August vergangenen Jahres in Saarbrücken gemeldet war.

Auf seine Spur waren die Ermittler unter anderem durch einen Hinweisgeber gekommen, der sich an das Bundeskriminalamt gewandt hatte. Hasan A. hielt laut Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft über den Messenger- Dienst Telegram, der unter anderem auch vom mutmaßlichen Berlin- Attentäter Anis Amri benutzt worden war, Kontakt zu einem IS- Mann aus der syrischen IS- Hochburg Rakka. Auf dem Handy des Festgenommenen konnten die Behörden umfangreiche Chat- Protokolle sichern.

Plan sah vor, Autos in Menschenmengen zur Explosion zu bringen

Den beschlagnahmten Chat- Verläufen zufolge wollte der Mann Fahrzeuge kaufen und jeweils mit 400 bis 500 Kilo Sprengstoff beladen, wie die Ermittlungsbehörde am Montag mitteilte. Er habe diese selbst oder durch andere in "Menschenmengen" zur Explosion bringen wollen, "um auf diese Weise eine unbekannte Vielzahl von Menschen nichtmuslimischen Glaubens zu töten".

Pro Fahrzeug habe er einen Kaufpreis von 22.500 Euro einkalkuliert, insgesamt vom IS 180.000 Euro gefordert. Er habe sich so "Vermögenswerte" für eine Tat verschaffen wollen, deren erklärtes Ziel es gewesen sei, die Bevölkerung "in erheblicher Weise einzuschüchtern".

Asylwerber bestreitet "terroristische Absichten"

Der 38- jährige Asylwerber selbst räumte Kontakte zu der Miliz ein, bestritt jedoch "terroristische Absichten". Vielmehr gab der Syrer in seiner Vernehmung an, die Geschichte frei erfunden zu haben. Er habe demnach das Anschlagszenario inszenieren wollen, um vom IS Geld zur Unterstützung seiner Familie in Syrien zu bekommen.

Auch die deutschen Behörden gehen davon aus, dass der Syrer hauptsächlich aus finanziellen Motiven handelte. "In Anbetracht der Gesamtumstände wird der Eintritt eines schädigenden Ereignisses beruhend auf den bisherigen Ermittlungen als unwahrscheinlich eingeschätzt", zitierte "Spiegel Online" aus einer vertraulichen Lagebeurteilung des saarländischen Staatsschutzes.

Bei einer Pressekonfernz am Montagnachmittag hieß es dann, der Mann habe für ein "noch nicht näher konkretisiertes Anschlagsszenario" mit präparierten Fahrzeugen in Deutschland und den Nachbarstaaten Frankreich, Belgien und den Niederlanden die "finanzielle Hilfe" des IS gefordert.

Eigene Organisation "Fahrzeug" auf Syrer angesetzt

Nach Angaben der saarländischen Polizei hatte sie nach den entsprechenden Hinweisen des BKA eine sogenannte Besondere Aufbauorganisation namens "Fahrzeug" gebildet, die auf den arbeitslosen Asylwerber angesetzt wurde, der seit August 2016 in Saarbrücken gemeldet war. Durch "intensive und umfangreiche Ermittlungen sowie teilweise verdeckt geführte Maßnahmen" sei er in seiner Wohnung lokalisiert und schließlich festgenommen worden.

Redaktion
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