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04.12.2016 - 01:27
Foto: AFP/SAMEER AL-DOUMY, AFP/SANA

Assad: "Geruch des Dritten Weltkriegs" in Syrien

14.10.2016, 13:48

Laut dem syrischen Machthaber Bashar al- Assad liegt in seinem Land der "Geruch des Dritten Weltkriegs" in der Luft. Der blutige Konflikt in Syrien sei zu einer Art Stellvertreterkrieg zwischen dem Westen und Russland geworden. "Besonders die USA haben nach dem Zerfall der Sowjetunion den Kalten Krieg nicht gestoppt", sagte Assad, der von Russland seit mehr als einem Jahr massiv militärisch unterstützt wird, der russischen Tageszeitung "Komsomolskaja Prawda".

In dem komplizierten Konflikt sind zahlreiche Parteien involviert. Assad wird von Russland, dem Iran sowie schiitischen Milizen aus arabischen Nachbarländern unterstützt. Die sunnitischen Rebellen, die ihn stürzen wollen, erhalten Hilfe von den USA, der Türkei und den Golfmonarchien.

USA erwägen direkte militärische Optionen

US- Präsident Barack Obama und seine engsten Berater werden laut Angaben aus Regierungskreisen in Washington in den nächsten Tagen direkte militärische Optionen in Syrien abwägen. Eine Option sieht demnach Luftangriffe auf syrische Militärstützpunkte, Luftabwehrstellungen und Munitionsdepots vor. Allerdings berge dies die Gefahr, dass auch Einheiten Russlands unter Beschuss kommen könnten. Eine Alternative wäre laut den Regierungsvertretern, von den USA unterstützte Rebellen mit moderneren Waffen auszurüsten.

US-Präsident Obama erwägt ein schärferes militärisches Eingreifen in Syrien.
Foto: AP

Assad: "Invasion" der Türkei in Syrien

Assad kritisierte in dem am Freitag erschienenen Interview mit der "Komsomolskaja Prawda" auch die Militäraktionen der Türkei in Syrien. Diese kämen einer "Invasion" gleich und seien ein Verstoß gegen das Völkerrecht sowie eine Verletzung der Souveränität Syriens. Die türkische Armee solle eine Pufferzone an der Grenze schaffen, in der weder kurdische Milizen noch Kämpfer der Extremistenmiliz Islamischer Staat geduldet werden, forderte er.

Eroberung Aleppos "entscheidendes Kriegsziel"
Die Eroberung der heftig umkämpften Großstadt Aleppo bezeichnete Assad als "entscheidendes strategisches Kriegsziel": "Die Einnahme von Aleppo wird ein Sprungbrett zur Befreiung weiterer Städte von Terroristen." Nach der Eroberung gelte es dann, die Provinz Idlib zu "säubern". "Wir müssen die Terroristen in die Türkei zurückdrängen, wo sie herkommen, oder sie liquidieren. Wir haben keine andere Wahl", sagte der syrische Machthaber.

Ein völlig zerstörter Straßenzug in Aleppo
Foto: Associated Press

Militärabkommen mit Russland unterzeichnet

Russlands Präsident Wladimir Putin unterzeichnete unterdessen wie erwartet ein Militärabkommen über die unbefristete Stationierung von Kampfjets auf einer russischen Basis in Syrien. Die Vereinbarung sieht unter anderem Straffreiheit für russische Soldaten sowie freie Hand für Russland beim Transport von Waffen vor.

Heftige Kritik des Westens an Assad und Putin

Assad und Putin werden vom Westen scharf kritisiert. Dem syrischen Regime und Russland werden der Beschuss von zivilen Zielen im Osten Aleppos und damit Kriegsverbrechen vorgeworfen. Aus Moskau und Damaskus hieß es dazu bisher stets, man greife in der Stadt nur Terroristen an. Über die tatsächliche Stärke der extremistischen Gruppierungen gibt es unterschiedliche Darstellungen. Der UN- Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, sprach kürzlich von maximal 900 Extremisten bei insgesamt etwa 8000 Rebellen. Westliche Diplomaten schätzen die Zahl der Terroristen hingegen weit geringer ein.

14.10.2016, 13:48
AG/red
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