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27.02.2017 - 08:44
Foto: Christoph Andert

STS live in Wien

21.04.2008, 12:17
Konzert Nummer 700. Die unzähligen Clubgigs, die STS noch „unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ (Copyright Schiffkowitz) gespielt haben, bevor sie mit „Da kummt die Sunn“ den ersten Hit landeten, sind da wahrscheinlich gar nicht mitgezählt. In der bis auf ein paar leer gebliebene Plätze in luftiger Höhe ausverkauften Wiener Stadthalle bekamen die Fans der steirischen Kombo am Donnerstagabend genau das, was Gert Steinbäcker, Günter Timischl und Schiffkowitz 699 Konzerte zuvor auch geboten haben: einen Klassiker.

„Sie erleben hier zugleich den Abschluss der STS- Tournee Herbst 2007. Also, frohe Weihnachten und a guat‘s neues Jahr“, witzelte Schiffkowitz in Anspielung auf den Nachholtermin. Am 16. Dezember hatten die drei Steirer ja der bereits gefüllten Halle absagen müssen, weil Günter Timischl eine böse Erkältung erwischt hatte. Dafür war er am Donnerstag umso besser bei Stimme.

Mit „Neuer Morgen“, dem Titelsong ihres aktuellen Albums, warf sich die gemütlich auf Sesseln platzierte Kombo ins Rennen, um sich in der ersten Spielhälfte vom Aufreger „Ende Nie“ über Hits wie „Da kummt di Sunn“ und das One- Night- Stand- Lied „Gö, du bleibst heut Nacht bei mir“ warmzuspielen. Puristisch sah die Bühne aus: Ein paar Scheinwerfer, ein schwarzer Vorhang dahinter, nur ein bisschen Farbe von den Lichtern - doch das Feeling stimmte sofort. Ob es jetzt für den einen der Soundtrack der Jugend war, oder für den anderen der ewige Klassiker, der schon als Kult galt, als man zur Welt kam. Da verzeiht man auch, dass der Mann am Mischpult mit dem Sound haderte und Erich Buchebner am Bass genau das bisschen Punch zu viel gab, das Gerd Wennemuths Schlagzeug gut vertragen hätte.

Nachdem sich beim Steinbäcker- Solo- Stück „Steiermark“ die Exil- Südösterreicher in der Hauptstadt mit lautstarken Chören outen durften, spielten STS ihre Version eines patriotischen Popsongs: „I bin aus Österreich“ ist das reflektierte „I am from Austria“ mit einem Augenzwinkern, Bekenntnis und Haltung zugleich.

Nach 20 Verschnaufminuten begann es, wie Steinbäcker, Timischl und Schiffkowitz ihre Karriere vor über 30 Jahren gestartet hatten - mit drei Gitarren und drei Stimmen. Wem der Dreiklang bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Gänsehaut über den Rücken gejagt hatte, der bekam sie spätestens bei „Immer weiter fort“. Mit englischem Text könnte der mit wohligem Schauer unter die Haut gehende Song über die Vergänglichkeit des Lebens, heute ohne Probleme ein Welthit werden. Den ersten ihrer innerösterreichischen „Welthits“ gaben STS noch im Unplugged- Gespann mit „Irgendwann bleib i dann dort“ zum Besten, bevor mit „Sie wissen all‘s besser“ ein weiterer Evergreen kam, der zum herzhaften Mitsingen einlädt. „Herzverbunden“, der Titelsong des vorletzten Albums, galt Schiffkowitz‘ Freund „Pinguin“ - also Willi Resetarits, der dem Konzert im Publikum beiwohnte.

Im Vergleich zum letzten, schwer zu überbietenden Stadthallenkonzert 2005 hinkte die Stimmung etwas hinterher, die Songs fühlten sich irgendwie langsamer an. Obwohl man den drei Herren ihre vom Aufstehen- und- Tamburin- holen und Gitarren bringenden Roadies geprägte „Bühnenshow“ schlecht vorhalten kann - immerhin befinden sich mit Schiffkowitz und Timischl schon zwei über der 60er- Marke. Die stillen Konzertgeher konnte zur Mitte der zweiten Spielhälfte aber auch ein tadellos und mit viel Drift und Groove gespieltes „Feuer“ nicht hochziehen, obwohl es bei den Interpreten hell aufloderte. Vielleicht lag es auch an Songs wie „Unser letzter Tag“ oder „Du sollst leb‘n“ von „Neuer Morgen“, die eher Stoff zum Nachdenken und Philosophieren liefern, als zum Ausrasten. Schön anzuhören war das neue Material gerade deswegen allemal.

Zum Ende hin nahm dann alles wieder seinen gewohnten Lauf: Eine Welle an von den Sitzen gerissenen Fans drängte bei „Großvater“ und „Kalt und kälter“ zur Bühne. Beim Vorspann zum Superhit „Fürstenfeld“ gab es für die drei Musiker keinen Grund, selbst zu singen. Fast schon Tradition hat es in der Stadthalle, dass man beim letzten Song des regulären Sets, „Herr Lohengrin“, STS- Manager Karl Scheibmaier für seine letzte, mit Inbrunst und Champagnerflasche vorgetragene Arie zuprostet, während Professor Ewald Beit die Melodie übers Klavier jagt und Multiinstrumentalist Franz Zettl auf zwei Saxophonen gleichzeitig (!) spielt. Mit einem bluesigen „Fahr aufs Land mit mir“ gelang STS bei den Zugaben noch eine Überraschung, bevor sich die steirische Kombo mit „Auf a Wort“ verabschiedete. Gemäß den vorbildgebenden Rolling Stones und Eagles, sagte Schiffkowitz, sei dies der Anfang ihrer Abschiedstourneen. Es mögen noch viele folgen.

Von Christoph Andert

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