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29.04.2017 - 08:26
Foto: Viennareport

Shakira: "Kann nicht auf Knopfdruck sexy sein"

15.03.2014, 17:00
Mit dem Video zur Single "Can't Remember To Forget You" sorgte Superstar Shakira unlängst wieder für Aufregung. Nun kommt die 37-jährige Kolumbianerin nach vierjähriger Pause mit dem neuen Album "Shakira" zurück und bläst wieder zum Angriff. Im Interview spricht der sympathische Star über die Ehe mit FC-Barcelona-Starverteidiger Gerard Pique, das Glück mit ihrem jungen Sohn Milan und weshalb sie im Juni als Groupie zur WM nach Brasilien fährt.

Du bist schon als Teenager ins Showbusiness gerückt. Was hast du vom normalen Leben vermisst?
Shakira: Die ganzen Konflikte in der Pubertät durchlebte ich schon wesentlich früher als andere Mädchen (lacht). Ich bin aber niemals diesem Wahnsinn verfallen, sondern war schon von klein auf sehr auf die Karriere fokussiert. Ich hatte eine Mission zu erfüllen und wollte nicht von meinem Weg abkommen. Ich denke, dass in meinem Leben nichts wirklich normal verlief, aber ich habe immer versucht, es so normal wie möglich zu halten. Ich habe immer versucht, durch den Park zu laufen und ins Kino zu gehen – auch wenn ich meist ein Baseballcap dafür gebraucht habe. So bin ich einen ganzen Monat in die Universität gegangen, um die abendländische Kultur zu studieren. Auf eine Uni zu gehen war zum Beispiel etwas, das ich verpasst habe. Ein Teil von mir ist sehr wiss- und lernbegierig. Das wollte ich einfach nicht vermissen. Das war so lange lustig, bis die anderen mich erkannten (lacht).

Jetzt, wo du Mutter deines Sohnes Milan bist – würdest du ihm den Weg ins Showbusiness raten?
Shakira: Ehrlich gesagt nein. Aber ich bin niemand, der jemandes Träume zerstören will. Wird das Showbusiness einmal sein Ziel werden, dann werde ich ihn zu 100 Prozent unterstützen. Aus meinen eigenen Erfahrungen weiß ich aber, dass eine Karriere als Musiker sehr stressig sein kann und kein Weg voller Rosen ist. Aber ich will es selbst nicht missen. Meine Karriere hat mich zu so vielen Plätzen getragen, ich habe so viel gelernt und so viele Leute getroffen. Du musst aber eben auch viel Normales opfern. Ich würde es gerne sehen, dass er ein normales Leben führen kann, aber ich bin mir auch bewusst, dass das niemals der Fall sein wird. Er ist der Sohn zweier berühmter Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen. Wenn er aber Athlet oder Künstler werden will, ist das total okay. Ich will einfach, dass er eine Passion für etwas entwickelt und dann seine Ziele verfolgt. Auch wenn er Tierarzt, Botaniker oder Arzt werden möchte.

Wie wirst du ihm beibringen, dass sein Leben eben nicht normal verlaufen wird?
Shakira: Wir sind uns als Eltern bewusst, dass sich viele Herausforderungen auftun werden. Er kommt ja mit allem auf die Welt – das war bei mir nicht so. Ich hatte eine schwere Reise, um meine Ziele zu erreichen. Die Frage, die sich mir als Mutter stellt, ist: "Wie bringe ich ihn dazu, für etwas Begeisterung zu entwickeln? Etwas zu machen, für das er kämpfen möchte." Ich will ihn mit all meiner Liebe erziehen und ihm verständlich machen, dass es auf der Welt viele Kinder gibt, die nicht so viel Glück haben. In meinem Heimatland Kolumbien herrscht eine gewaltige Unausgeglichenheit zwischen den Reichen und den Armen und er könnte eine Person des Wandels werden. Er kann mithelfen, diese Lage zu verändern. Jeder von uns kann das.

So wie du das mit deiner Fundación Pies Descalzos machst, die Kinder unterstützt.
Shakira: Ich will einfach, dass er das sieht. Die Stiftung ist der Beweis, dass eine Investition in Erziehung gleichzeitig eine Investition in Humanressourcen ist. Es ist kein Charity- Projekt. Diese Erziehung erzeugt eine Transformation dieser Kraft. Jedes Mal, wenn wir eine Schule errichten, verbessern wir nicht nur das Leben dieser Kinder, sondern auch das ihrer Familien. Wir haben unlängst wieder eine Schule in Kolumbien für 1.700 Kinder eröffnet und mir wurde gesagt, dass sich die Gangs in diesem Gebiet aufgelöst haben. Allein schon das Öffnen einer solchen Schule stärkt die gesamte Gemeinschaft dort und wertet das Gebiet auf. Die Leute wissen, dass es da einen Bereich gibt, wo sie hingehen und sporteln können.

Dieses Gebiet, auf dem wir die Schule errichtet haben, hatte kein fließendes Wasser oder Elektrizität. Nachdem wir dieses Vorhaben aber mithilfe der Regierung und der Privatwirtschaft eröffnet haben, hat sich so viel in dieser Gegend getan. Dieser Prozess passiert bei jeder Schule, die wir aufbauen. Ich bin selber ein lernender Student in diesem Gebiet und komme jedes Mal aufs Neue drauf, was funktioniert und was nicht. Es sind große Herausforderungen, aber wenn du siehst, wie die Kinder dort glücklich leben, weißt du, dass du das richtig gemacht hast. Manche sind sogar im College und auf dem Weg zum Studium. Du musst dir vorstellen, dass diese Kinder auch gut und gerne vom Militär rekrutiert hätten werden können. Ihr Leben hat aber eine Wendung zum Guten genommen, und das macht mich glücklich und leidenschaftlich.

Siehst du dich durch deine Art, die Kunst zu repräsentieren, als eine Botschafterin der Stärkung der Frauen?
Shakira: Ich glaube nicht, dass mein Leben so etwas Außergewöhnliches ist, aber man kann es sicher als eine Art Beispiel sehen. Ich hatte schon mal einen schlechten Umgang in meinem Leben, aber das ist ein anderer Teil. Der Großteil der Leute um mich herum sind aber gute Menschen, und das ist sehr wichtig für mich. Ich kämpfe sehr hart für das, an das ich glaube. Frauen sind heutzutage sehr fokussiert und stark hinter ihren Zielen her. Wenn sie an sich selbst und ihre Tätigkeiten glauben, können sie so gut wie alles erreichen. Nehmt mich als Beispiel. Ich komme aus Barranquilla in Kolumbien und wurde in eine Mittelklassefamilie geboren. Es gab für mich keine wirkliche Chance, meine Ziele zu erfüllen, aber ich war sehr diszipliniert und engagiert und so sind die Frauen heute allgemein.

Dein Ehemann Gerard Pique und du habt beide große und zeitraubende Karrieren. Wie kriegt ihr das auf die Reihe?
Shakira: Wir haben beide sehr unterschiedliche Wege und es beruht nicht darauf, den jeweils anderen zu unterstützen. Jeder von uns geht seinen eigenen Weg und wir sind sehr kompatibel. Wir sind uns sehr ähnlich und es herrscht große Verbundenheit zwischen uns in vielen verschiedenen Bereichen. Wir fördern Ehrlichkeit und Transparenz. Wir kuscheln sehr gerne und versuchen, das so oft wie möglich zu machen (lacht). Wir lieben es, uns so oft wie möglich um uns zu haben. Ich wollte immer so jemanden an meiner Seite haben und er war der Richtige.

Es bleibt also genug Zeit?
Shakira: Für kuscheln? (lacht) Dafür immer. Aber ja, uns bleibt genug Zeit.

Stimmt es, dass Rihanna während den Dreharbeiten zu eurem Video "Can't Remember To Forget You" neidisch darauf war, wie sexy du bist? Ich denke, viele Frauen würden gerne wissen, wie du auch nach der Geburt eines Kindes so sexy sein kannst.
Shakira: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Rihanna auf irgendwas in puncto sexy neidisch sein kann, denn sie ist sicher die sexyeste Frau, die es gibt. Ich kann auch sexy sein, das weiß ich schon. Aber bei mir muss man einen Countdown runterzählen und dann pose ich dazu – sie schafft das aus dem Stand (lacht). Mein Geheimnis? Keine Ahnung. Du musst wohl in der richtigen Gefühlslage sein, das perfekte Umfeld haben und dich selbst so akzeptieren, wie du bist. Das ist sexy. Das ist natürlich nicht immer so. Es gibt Tage, an denen ich mit mir selbst kämpfe, aber die meiste Zeit bin ich selbstsicher genug und glücklicherweise sind das dann die Tage, an denen mich die Menschen sehen (lacht).

Konntest du etwas von Rihanna lernen?
Shakira: Es ist sehr interessant, mit einem weiblichen Kollegen zuerst an einem Song und dann an einem Video zu arbeiten. Du siehst eine andere Seite des Geschäfts und wie diese Person mit dem Prozess umgeht. Wie Rihanna eine Kamera sieht und im selben Moment einfach "on" ist. Dennoch wirkt es so natürlich bei ihr. Sie weiß einfach, wie sie perfekt vor der Kamera aussieht. Das Gleiche war schon bei Beyoncé so – ich bin da wie ein Fan, der zusieht. Ich frage mich dann immer, wie sie das auf die Reihe kriegen.

Das Video war sehr erfolgreich, wurde von konservativen Personen und Feministinnen aber auch stark kritisiert. Was denkst du darüber?
Shakira: Naja, nachdem ich solche Videos nicht mit Männern drehen darf, muss ich es mit Frauen machen (lacht). Natürlich ist das Video sinnlich, immerhin spielt Rihanna mit – da geht das ja gar nicht anders. Es wirkt auch irgendwie wie eine Art redaktionelles Video, das man mit "Vogue" oder "Vanity Fair" in Verbindung bringen kann. Das Video wurde mit diesem Konzept und nicht mit irgendwelchen kontroversiellen Gedanken gemacht. Als diese Diskussion startete, fand ich sie etwas seltsam, denn auch mein Mann Gerard ist ziemlich konservativ, auch wenn ihr das nicht glaubt. Er war also mein Test und er hat ihn nicht bestanden, weil er nichts Schlimmes an dem Video fand (lacht). Er meinte, das Video sei nett und elegant – somit hat er zugestimmt.

In deinem neuen Song "23" gibt es eine Textzeile, wo du dein Leben mit Gerard besingst. Wie ist es jetzt für dich, mit ihm in Barcelona zu leben und eine Familie gegründet zu haben?
Shakira: Wenn ich ihm in die Augen sehe, weiß ich genau, dass er mein Schicksal ist. Er war einfach Bindeglied, das mir noch gefehlt hat.

Hat er dich auch etwas lehren können?
Shakira: Er hat mir schon einiges beigebracht – zum Beispiel, dass ich nicht immer alles kontrollieren kann und manchmal auch einfach etwas sein lassen muss.

War es schwierig für dich, während deiner Schwangerschaft von deiner Musik zurückzutreten?
Shakira: Ich habe diese öffentliche Person nicht vermisst. Ich kann problemlos monatelang zu Hause bleiben und einfach Hausfrau oder Mutter sein. Ich weiß aber natürlich auch, dass ich Verantwortung trage und eine Karriere habe, also bin ich jetzt wieder hungrig, loszulegen. Es ist aber nicht so, dass ich mich permanent gefährdet fühle, dass ich möglicherweise in der Öffentlichkeit nicht mehr existiere. Ich fühle mich in gewisser Weise schon relevant, aber ich bin eine sehr heimelige Person und genieße den Abstand zum Showbusiness genauso.

"Shakira" ist dein erstes Album seit vier Jahren – eine ziemlich lange Zeit. Hast du dich inzwischen als Person verändert?
Shakira: Es gibt auf diesem Album ein paar Songs, die ich nicht geschrieben habe, was ungewöhnlich für mich war, weil ich normalerweise alle meine Songs selbst schreibe. Ich glaube, das liegt auch an Milan. Ich habe eben einfach etwas mehr losgelassen und es war interessant zu sehen, wie ich meinen kreativen Prozess veränderte. Diese wenigen Songs liebe ich so wie meine eigenen. Sie klingen nach mir und deswegen habe ich sie auch aufgenommen. Ich habe auch wieder produziert und am Arrangement mitgearbeitet.

Hast du Zukunftspläne?
Shakira: Das Touren kommt wieder auf mich zu. Ich weiß nur nicht so genau, wie ich das machen soll, da ich jetzt dieses kleine Baby habe (lacht).

Wirst du Milan auf Tour mitnehmen?
Shakira: Natürlich kommt er mit mir mit. Es ist nicht einfach, weil auch Gerard aufgrund seines Jobs nicht aus der Stadt rauskommt. Wir werden schon eine Lösung finden – ich lass es dich wissen (lacht).

Wirst du wieder an der Fußballweltmeisterschaft teilnehmen?
Shakira: Ja, als Groupie (lacht).

Wirst du die neue WM- Hymne singen?
Shakira: Wie du weißt, habe ich den offiziellen Song schon vor vier Jahren bei der WM gesungen und die FIFA gibt jedes Mal einem anderen Künstler die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Aber ich habe eine enge Verbindung zur FIFA und zum Fußball und deshalb habe ich einen Song für die WM geschrieben, der rund um die WM herauskommen wird.

Wirst du zu Spanien oder Kolumbien halten?
Shakira: Ich hoffe auf ein Finale zwischen diesen beiden Teams (lacht).

Wird der WM- Song auch am Album zu hören sein?
Shakira: Auf der Deluxe- Version.

Was hältst du vom Begriff Spielerfrau? Du bist das ja augenscheinlich nicht.
Shakira: Braucht man diese Bezeichnung? Bin ich eine "Spielermutter", wenn mein Sohn einmal Fußball spielt? Wenn man mich so bezeichnen möchte – bitte gerne.

Spielst du selbst Fußball?
Shakira: Nein, ich bin einfach furchtbar.

Du fokussierst dich derzeit stark auf deine Karriere, aber ist vielleicht auch ein zweites Baby geplant? In einem Interview hast du einmal behauptet, dass du gerne eine ganze Fußballmannschaft zu Hause hättest.
Shakira: Wenn es nach Gerard gehen würde, hätten wir wohl zehn. Mal sehen, ob sich das einrichten lässt (lacht).

Hast du einen unerfüllten Traum?
Shakira: Zehn Babys (lacht). Das klingt natürlich gut, aber vielleicht werden es noch ein oder zwei mehr. Man wird sehen.

15.03.2014, 17:00
AG/frö
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