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03.12.2016 - 20:17
Foto: Andreas Graf

Rod Stewart: Die juvenile Hit- Maschinerie

10.11.2016, 12:00

Nur einen Tag nach dem ohrenbetäubenden Konzertereignis mit Superstar Justin Bieber wartete in der Wiener Stadthalle der nächste Weltstar auf - im Zuge seiner "From Gasoline Alley To Another Country"- Tour machte Kult- Sänger Rod Stewart Mittwochabend vor 8.000 Fans in der Wiener Stadthalle Station und lieferte ein buntes Hit- Feuerwerk, das seinesgleichen suchte.

Eine beeindruckende Leistung vollbrachten die fleißigen Reinigungskräfte und Bühnenbauer schon vor dem Auftritt des englischen "Modfathers" Rod Stewart. Das zugemüllte Chaos des am Vortag vonstattengegangenen Justin Bieber- Gigs zeitig wegzuräumen, kann getrost als organisatorische Meisterleistung bezeichnet werden. Als die rund 8.000 Fans aus den verschiedensten Richtungen zur Stadthalle strömten, war noch nicht einmal das kleinste Flyer- Fuzzerl am Asphalt auszumachen. So kontrastreich wie das Drumherum war im Direktvergleich der beiden Abende auch die Musik selbst.

Lebenskrönung

Auf der einen Seiten den derzeitigen "King Of Pop", dessen Songs sich in Dauerschleife aus den Formatradios schlängeln und der für globale Schweiß- und Schreiausbrüche bei Teenagern und Junggebliebenen sorgt, auf der anderen ein 71- jähriger Schulabbrecher, der Profifußballer werden wollte, stattdessen aber auf der Bühne landete und zuerst mit den Faces und dann als Solokünstler über mehr als vier Jahrzehnte hinweg für eine unvergleichliche Rockkarriere sorgte. Die vorläufige Krönung seiner eindrucksvollen Laufbahn fand am 11. Oktober im Buckingham Palace statt, als er von Prinz William in den Ritterstand erhoben wurde.

Der Stolz ob dieses Ereignisses trieb ihm rührige Tränen der Freude in die Augen. Das konnte auch vom Stadthallen- Publikum beäugt werden, denn Stewart projizierte den Mitschnitt seines historischen Lebensereignisses während "Rhythm Of My Heart" noch einmal detailgetreu auf die üppigen Videowalls. Überhaupt ist es diese Art von sympathischer Arroganz, die neben der markanten Reibeisenstimme für den Charme des Entertainers sorgt. Immer wieder werden Videos aus seinen Faces- Zeiten und den Karriereanfängen gezeigt. Nostalgie und Retrospektion sind ein wichtiger Teil im konzertanten Spätherbst des blonden Briten, der alles zu können scheint, nur nicht das lockere Altern.

Foto: Andreas Graf

Bühnenchamäleon

Seine körperliche Vitalität ist dennoch beeindruckend. Nicht nur dann, während er bei "Stay With Me" unzählige Fußbälle ins Publikum schießt, sondern auch wenn er seine unnachahmlichen Tanz- Bewegungen aufs Parkett legt und sich selbstsicher seiner eigenen Juvenilität hingibt, um mit den musizierenden und singenden Mitstreiterinnen für ein musikalisches Feuerwerk zu sorgen. Es ist eine selbst deklarierte Greatest- Hits- Tour, ein angenehmer Ritt durch einen prägnanten Teil der britischen Musikgeschichte, der so viele andere Musiker bewusst oder unbewusst formte. Ob flirtend wie bei "Some Guys Have All The Look", melancholisch wie im Welthit "Sailing", einnehmend wie in "I Don't Want To Talk About It" oder einfach nur lasziv- rockend wie beim abschließenden "Da Ya Think I'm Sexy?" - Stewart liegen alle Rollen perfekt.

Man weiß schon längst nicht mehr, welche Nummern der Oldie selbst geschrieben hat und welche gecovert sind. Ein Qualitätsmerkmal der ganz Großen, denn nur ihnen wachsen fremde Nummern so intensiv auf den Leib, dass sie sich fühlbar zu eigenen Schmuckstücken verwandeln. Dazwischen flackern Videos seines Lebensklubs Celtic Glasgow über die Bühne, segeln Kleidungsstücke auf ebenjene und wird der agile Frontmann in den ersten Reihen von schmachtenden Mittzwanzigern angehimmelt.

Songs statt Technik

Es ist eine heile, sorgenfreie Welt, die sich angenehm vom überlayerten Playback- Sound des Vorabends abhebt. Bei Stewarts Ohrwürmern reichen meist eine intensive Stimme, rhythmisches Drumming und einfache Gitarren- Akkorde - überproduziertes Pop- Tamtam ist verpönt. Manchmal ist weniger halt doch viel mehr und wer richtige Songs schreiben kann, muss sich auch nicht hinter den Finessen der modernen Technik verstecken. Im Gegensatz zu vielen Altersgenossen macht Stewart auch niemals den Anschein, an ein Karriereende zu denken. Es wäre auch zu schade, denn wer so viel Feuer unterm Hintern hat, der kann die großen Hallen noch lange zum Tanzen bringen.

10.11.2016, 12:00
Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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