Im Wahllokal, wo der 76- Jährige seinen Stimmzettel abgab, warteten drei Frauen auf ihn, die - im Stil der ukrainischen Aktivistinnen von Femen - den Medienzaren lautstark beschimpften und auf dem Rücken den Slogan "Basta Berlusconi" (Genug von Berlusconi) trugen. Das Trio wurde von herbeigeeilten Polizisten mit Jacken bedeckt und in Handschellen abgeführt.
In den letzten Umfragen vor den Wahlen führte die Demokratische Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Pierluigi Bersani. Dieser könnte dann ein Bündnis mit der Zentrumsbewegung des amtierenden Ministerpräsidenten Mario Monti bilden. Auf die Rückkehr an die Macht hofft aber auch Berlusconi, der eine Rückerstattung von Steuern und die Anhebung von Kleinstpensionen versprochen hat.
Eigentlicher Sieger könnte jedoch die Protestbewegung des Komikers Beppe Grillo werden. Die Gruppierung macht sich Hoffnungen, zur zweitstärksten Einzelpartei im neuen Parlament zu avancieren. Das könnte stabile Mehrheitsverhältnisse erschweren. Erschweren könnten eine Regierungsbildung aber auch unterschiedliche Mehrheiten in den beiden Parlamentskammern.