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27.11.2014 - 18:06

Missbrauch: Erneut BBC- Star im Visier der Justiz

23.01.2013, 09:18
Missbrauch: Erneut BBC-Star im Visier der Justiz (Bild: EPA)
Foto: EPA
Die britische Polizei hat am Dienstag Ermittlungen gegen den langjährigen BBC- Starmoderator Stuart Hall wegen Missbrauchs eingeleitet. Die Behörden teilten mit, gegen "einen 83- Jährigen" sei ein Verfahren wegen einer Vergewaltigung und 14 Fällen von sexueller Belästigung junger Mädchen eingeleitet worden. Hall wurde demnach festgenommen, als er wie vereinbart auf einer Polizeiwache erschien. Derzeit auf Kaution frei, soll er sich am 7. Februar vor einem Gericht zu den Vorwürfen äußern.

Die Opfer der sexuellen Belästigung waren nach Angaben der Polizei zwischen neun und 16 Jahren alt, das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer war zum Zeitpunkt der Tat im Jahr 1976 22 Jahre alt. Hall hatte im Jänner bereits in drei anderen Fällen von sexueller Belästigung auf nicht schuldig plädiert.

Mit Orden des britischen Empires ausgezeichnet

Der Moderator hatte ein halbes Jahrhundert für die BBC gearbeitet, bevor er nach seiner ersten Festnahme im Dezember 2012 suspendiert wurde. Durch seine lebhafte Fußball- Berichterstattung im Radio wurde er zum Kultmoderator. Vergangenes Jahr wurde er mit dem Orden des britischen Empires ausgezeichnet.

Kein Zusammenhang mit Skandal um Jimmy Savile

Die Polizei hob hervor, dass dieser Fall nicht mit den Ermittlungen gegen den 2011 verstorbenen BBC- Starmoderator Jimmy Savile zusammenhänge. Der als Moderator der Sendung "Top of the Pops" auch international bekannte Savile hat demnach zwischen 1955 und 2009 mindestens 214 Straftaten begangen - darunter mehr als 30 Vergewaltigungen. Es gilt als der größte Missbrauchsskandal, von dem Großbritannien je erschüttert wurde (siehe Infobox).

Einst ausgezeichneter Ruf der BBC stark beschädigt

Die Affäre war von der BBC lange Zeit verschwiegen und erst am 4. Oktober vergangenen Jahres vom Konkurrenzsender ITV in einer Dokumentation ans Licht gebracht worden. Als dies bekannt wurde, musste der damalige BBC- Generaldirektor George Entwistle gehen. Die Affäre erschütterte die Rundfunkanstalt, die nun verzweifelt versucht, ihren einst ausgezeichneten Ruf wiederherzustellen, bis ins Mark. Dabei dürften die nunmehrigen Ermittlungen gegen Hall nicht gerade behilflich sein.

AG/red
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