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25.04.2014 - 07:35

Afrika: Noch nie so viele Tiere gewildert wie 2012

31.12.2012, 12:01
Afrika: Noch nie so viele Tiere gewildert wie 2012 (Bild: EPA)
Foto: EPA
Elefanten und Nashörner gehören zu ihren bevorzugten Opfern. Wilderer haben auch im Jahr 2012 in zahlreichen Ländern Afrikas ihr blutiges Unwesen getrieben. Der Schwarzmarkt für Elfenbein und Felle boomt - und Tierschützer schlagen Alarm: Noch nie wurden so viele der bedrohten Tiere erlegt wie heuer. Zunehmend steigen auch Rebellengruppen ins für sie einträgliche Geschäft ein.

So sollen etwa die islamistische Al- Shabab- Miliz in Somalia oder die berüchtigte ugandische "Lord's Resistance Army" regen Handel mit Elfenbein und Fellen betreiben.

In Pulverform bringt das Rhinozeros- Horn auf den Märkten Asiens laut der "International Rhino Foundation" 50.000 Euro pro Kilogramm - auch wenn noch niemand bewiesen hat, ob es wie versprochen Krebs heilen oder die männliche Potenz erhöhen kann. Bis Weihnachten fielen in Südafrika 633 Nashörner den Wilderern zum Opfer. 2011 waren es 448, und davor stets weniger.

Elefanten, Gorillas und Löwen ebenfalls gejagt

Auch Berggorillas, Elefanten und Löwen werden gerne erlegt. Laut der Tierschutzorganisation Traffic befindet sich der illegale Elfenbeinhandel auf dem höchsten Stand seit 1970. Über 40 Tonnen wurden 2011 beschlagnahmt, 2012 sollen es noch mehr gewesen sein. Thailand, China und Vietnam seien die wichtigsten Märkte. "Neue Mittel- und Oberschichten können und wollen sich Elfenbein plötzlich leisten, es ist ein Statussymbol", meint Volker Homes, für den Artenschutz zuständiger Mitarbeiter bei WWF Deutschland.

Seit 1970 sank die Zahl der Löwen laut der Organisation Save von 200.000 auf 25.000. Ein Grund ist das Schrumpfen der freien Savannen und Buschlandschaften: 78 Prozent des Lebensraums des Löwen südlich des Sahel sind laut einer Studie verschwunden.

Tierschützer: "Höhepunkt noch nicht erreicht"

Angesichts dieser traurigen Rekordzahlen schlagen Tierschützer Alarm. "Wahrscheinlich haben wir den Höhepunkt noch gar nicht erreicht", befürchtet Homes. Betroffen sind viele Länder - etwa Tansania, Kenia, Mosambik, Sudan, Kamerun, Südafrika oder Simbabwe. Die Wilderei bedrohe sogar die politische Stabilität mancher Staaten, warnt der WWF.

Südafrika macht mittels Drohnen Jagd auf Wilderer

Um dem Treiben der Wilderer ein Ende zu bereiten, rüsten einzelne Staaten im Kampf gegen die Kriminellen auf. So erhält der Wildschutz in Südafrika mehr Geld für Personal und bessere Ausrüstung, pensionierte Generäle werden als Experten eingestellt. Das Militär hilft sogar mittels Drohnen bei der Jagd nach Wilderern (siehe Infobox).

Auch die Justiz schlägt hart zu. So verurteilte vor einiger Zeit ein südafrikanisches Gericht einen Wilderer- Boss aus Thailand zu 40 Jahren Gefängnis: "Das belegt unsere Ernsthaftigkeit im Kampf gegen Wilderer", lobte Umweltministerin Edna Molewa. Aber selbst im Schwellenland Südafrika sabotieren oft korrupte Beamte und hilflose Ämter die Tierschutz- Bemühungen.

In vielen Staaten können sich Wilderer einfach "freikaufen"

In anderen Staaten jedoch kommen Wilderer oft mit milden Geldstrafen davon. "Wenn wir jemanden zur Polizei bringen, dann sehen wir ihn ein paar Tage später wieder auf der Straße. Es gibt so viel Korruption, sie kaufen sich frei und kehren zurück, um zu wildern", berichtete jüngst die tansanische Wildhüterin Rehema Nyamhokya auf einem Kongress.

AG/red
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