"Ich trete im Auftrag der Schwachen an", erklärte der 94- Jährige am Freitag in Hanyu, nördlich von Tokio, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Rechtsgerichtete Kandidaten wie Premierminister Shinzo Abe oder der Vorsitzende der Partei Nippon Ishin no Kai, Shintaro Ishahara - der mit 80 Jahren auch nicht mehr zu den Jüngsten zählt -, würden ihn beunruhigen, so Kawashima.
"Die Wörter 'bewaffnete Truppen' springen ihnen ständig ungehindert aus dem Mund", kritisierte der 94- Jährige vergangene Woche gegenüber der japanischen Sport- Zeitung "Sports Hochi". Dabei habe Japan im Zweiten Weltkrieg, den er als Soldat sieben Jahre lang an vorderster Front gegen China erlebte, bedingungslos kapituliert.
Er habe seither viele gute Zeiten erlebt, so Kawashima, doch nun müsse er sich politisch einmischen. "Wenn ich einfach so weitergemacht hätte, würde ich mich gegenüber den Kameraden, die gestorben sind, schuldig fühlen." Dafür hat er sogar seine Ersparnisse aus der Pension aufgegeben, mit denen eigentlich das Begräbnis des allein lebenden Mannes finanziert werden sollte.
Und das, obwohl er sich keine großen Chancen ausrechnet: "Ehrlich gesagt, es kann sein, dass ich nicht gewinnen kann, aber ich will ein Zeichen setzen." Kawashima ist einer von 1.504 Kandidaten, die sich für 480 Sitze des Unterhauses bewerben. Immerhin, genug ältere Wähler, die sich für seine Sache begeistern könnten, gibt es in Japan. Das Land hat eine der ältesten Gesellschaften weltweit, über 23 Prozent der Japaner sind 65 Jahre alt oder älter. In 50 Jahren wird diese Zahl laut japanischer Regierung auf 40 Prozent angestiegen sein.