"Die Verantwortlichen der FIS haben Fakten geschaffen, indem sie Simon Ammann die Genehmigung zur Verwendung des diskutierten Bindungssystems erteilten. Der ÖSV wird unabhängig vom Wettkampfverlauf auf einen Protest gegen das von Simon Ammann verwendete System verzichten. Der Ausgang eines allfälligen Protestes ist vorweggenommen", begründete der ÖSV wenige Stunden vor dem Bewerb von der Großschanze seinen Schritt.
"Die Lage hat sich natürlich etwas entspannt, jeder hat darüber geschlafen. Es war richtig und in meinem Verantwortungsbereich, dass ich Neuerungen nachgehe. Es ist sehr gut analysiert worden, jeder kann sich eine Meinung bilden. Wichtig ist, wie sieht es für die Zukunft aus? Es stehen noch interessante Veranstaltungen vor der Tür", sagte ÖSV-Cheftrainer Alex Pointner.
Kofler: "Wir Athleten sind die Leidtragenden"
Seinen Athleten war der Medienrummel nicht völlig gleichgültig, Andreas Kofler antwortete auf die Frage, ob diese Aktion seiner Meinung nach notwendig war? "Ich persönlich glaube nicht. Ich kann nur sagen, dass ich die Energie für mich selbst brauche und ich mich mit so einem Zeug nicht herumschlage. Wir als Athleten sind im Endeffekt die Leidtragenden, aber ich kann es eh nicht ändern", so der Sieger der Vierschanzen-Tournee.
Schaler Beigeschmack
Auch Normalschanzen-Weltmeister Wolfgang Loitzl nahm sich kein Blatt vor den Mund, obwohl es am Vortag noch einen Maulkorb für die ÖSV-Adler gegeben hatte: "Es hat mich nicht aus der Fassung gebracht. Aber jetzt ist halt der schale Beigeschmack dabei, den wird man jetzt nicht mehr los. Entweder es geht für Simi gut aus, dann heißt's, es war die Bindung, oder es geht anders aus, dann heißt's, er ist aus der Fassung gebracht worden." Thomas Morgenstern zur Causa prima: "Taugen tut es mir natürlich nicht. Ich kenne das Reglement nicht auswendig und deshalb kann ich mir keine Meinung bilden."
Größe bewies jedenfalls Simon Ammann. Zunächst auf der Schanze mit einem 140-Meter-Flug in der Qualifikation und danach im Auslauf, als er jedem einzelnen Kamerateam und danach auch noch den Journalisten zur Verfügung stand. "Die Weite stimmt, ich muss versuchen, mich trotz Turbulenzen auf meine Sprünge zu konzentrieren."
Ammann nicht sauer auf den ÖSV
Ob er denn nun sauer ist auf die Österreicher? "Nein, es ist nichts Persönliches. Ich sehe, dass die Situation angespannt ist und ich finde auch, dass es wichtig ist, die Athleten in Schutz zu nehmen. Mit den Athleten habe ich es sowieso immer gut, die Stimmung war sogar vor der Quali wirklich sehr gelöst. Das ist ein Haufen Spitzenathleten - mal ist der stärker und mal der. Das muss man immer vor Augen haben."
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