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Auftakt in Oberstdorf: Kofler springt allen davon

29.12.2009, 19:36
Auftakt in Oberstdorf: Kofler springt allen davon
Einen Auftakt nach Maß hat es am Dienstag für die ÖSV- Adler bei der 58. Vierschanzen- Tournee gegeben: Andreas Kofler kehrte fast vier Jahre nach seinem bisher einzigen Weltcupsieg auf die oberste Stufe des Podests zurück und siegte vor dem vom Wind begünstigten finnischen Comeback- Mann Janne Ahonen sowie Thomas Morgenstern. Tournee- Titelverteidiger Wolfgang Loitzl wurde Vierter.

Ausgezeichnet war auch die Leistung von Tournee- Debütant Lukas Müller, der mit 17 Jahren (und beim zweiten Sprung bei ähnlich guten Verhältnissen wie Ahonen) auf dem sechsten Tagesrang landete. Mann des Tages war vor 22.000 Zuschauern aber freilich Kofler, der mit 125- und 134- Meter- Flügen nach langer Durststrecke seinen tollen Weg zurück untermauerte. Der Olympia- Silberne und Mannschafts- Olympiasieger von 2006 feierte seinen zweiten Weltcupsieg nach jenem vom 4. Februar 2006 in Willingen.

Auch Freude kann brutal sein

"Sensationell. Ich habe eine brutale Freude. Ich bin brutal glücklich", meinte der Athlet vom SV Innsbruck- Bergisel, der den enormen Satz von Janne Ahonen im Finale nicht genau mitbekommen hatte. Doch was für ihn zählte, ist der Lohn für die gute Arbeit. Die Jahre der sportlichen Erfolglosigkeit sind vergessen. "Das, was in der Vergangenheit war, bleibt in der Vergangenheit. Wir haben gesagt, wir schauen nur in die Zukunft. Ich bin gut drauf und freue mich auf Garmisch. Das motiviert und bringt Lockerheit hinein."

Für Gregor Schlierenzauer lief es nicht ganz nach Wunsch, der Topfavorit wurde nur Neunter. Der Tiroler Überflieger war zuletzt von einer Magen- Darm- Verstimmung zurückgeworfen worden. "Ich kämpfe momentan eher gegen mein Immunsystem. Es hätte besser sein können, aber ich werde mich zurückkämpfen. So viel fehlt nicht", versprach er für die Tournee- Fortsetzung, die wie immer am Neujahrstag in Garmisch- Partenkirchen stattfindet.

Schweizer Simon Ammann nur Fünfter

Auch der zweite große Favorit, Weltcupleader Simon Ammann, lächelte nicht vom Siegespodest, er wurde Fünfter, baute aber seine Weltcupführung auf 58 Zähler vor Schlierenzauer aus.

Cheftrainer Alexander Pointner war nach einem verrückten Wettkampf, der im ersten Durchgang nach 20 Springern bei wechselnden Wind- und Regenbedingungen abgebrochen und neu gestartet werden musste, letztlich sehr erleichtert. "Bei diesen Bedingungen weiß man, dass man sehr gute Leistungen bringen muss. Wir waren heute mannschaftlich so geschlossen. So können wir alle hochzufrieden aus dem Wettkampf gehen", sagte der Coach.

Ahonen mit perfekten Windbedingungen

Janne Ahonen nützte in einer kurzen Aufwindphase die besten Bedingungen im zweiten Durchgang eiskalt zu einem 136- Meter- Flug und hätte so vom elften Platz aus fast noch den Sensationssieg geschafft. "Ich glaube, dass er noch nicht die Klasse hat, die unsere Springer haben. Er hat auch von den guten Bedingungen profitiert", meinte Pointner zu den Chancen des fünffachen Tournee- Rekordsiegers in der Gesamtwertung. Der Triple- Sieg war für Österreich an diesem Tag jedenfalls zum Greifen nahe, es wäre der erste rot- weiß- rote Dreifach- Triumph bei einem Tourneespringen in der "Neuzeit" gewesen (nach 1960 und 1975).

Grund zur Freude hatten auch Thomas Morgenstern, der zuvor letzte ÖSV- Sieger in Oberstdorf (2007), und Wolfgang Loitzl. "Ein schönes Gefühl. Ein dritter Platz beim Auftakt ist ein Wahnsinn. Das gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Springen", meinte der Kärntner, der aber laut eigenen Angaben den Tournee- Gesamtsieg nicht im Hinterkopf hat.

Das Ergebnis

Rang

Name

Nation

Sprung 1

Sprung 2

Punkte

 1

KOFLER Andreas 

AUT 

 125.0

 134.0

 265.2

 2

AHONEN Janne 

FIN 

 116.5

 137.0

 253.3

 3

MORGENSTERN Thomas 

AUT 

 124.5

 126.5

 250.3

 4

LOITZL Wolfgang 

AUT 

 124.0

 124.0

 245.4

 5

AMMANN Simon 

SUI 

 119.5

 125.0

 236.6

 6

MÜLLER Lukas 

AUT 

 116.0

 127.0

 232.9

 7

DAMJAN Jernej 

SLO 

 121.5

 121.5

 230.9

 8

MALYSZ Adam 

POL 

 117.5

 124.0

 229.7

 9

SCHLIERENZAUER Gregor 

AUT 

 118.0

 123.0

 228.8

 10

KOCH Martin 

AUT 

 121.5

 121.0

 227.5

 10

EVENSEN Johan Remen 

NOR 

 120.0

 120.0

 227.5

 12

BODMER Pascal 

GER 

 118.5

 122.0

 226.9

 13

KASAI Noriaki 

JPN 

 115.5

 123.0

 221.3

 14

ITO Daiki 

JPN 

 115.5

 120.5

 218.3

 15

HLAVA Lukas 

CZE 

 113.0

 116.0

 204.2

 16

KRANJEC Robert 

SLO 

 115.0

 113.5

 203.3

 17

OLLI Harri 

FIN 

 111.0

 117.5

 202.8

 18

MEZNAR Mitja 

SLO 

 115.0

 114.0

 202.7

 19

LJÖKELSÖY Roar 

NOR 

 112.0

 115.0

 201.6

 20

MATURA Jan 

CZE 

 110.5

 114.0

 197.1

 21

COLLOREDO Sebastian 

ITA 

 115.0

 110.0

 194.5

 22

THURNBICHLER Stefan 

AUT 

 108.5

 115.0

 192.8

 23

SCHMITT Martin 

GER 

 115.5

 108.0

 190.8

 24

JACOBSEN Anders 

NOR 

 111.0

 112.5

 190.3

 25

KEITURI Kalle 

FIN 

 113.5

 105.5

 186.2

 26

JANDA Jakub 

CZE 

 106.0

 113.5

 184.1

 27

CIKL Martin 

CZE 

 108.0

 110.5

 182.8

 28

KÜTTEL Andreas 

SUI 

 103.0

 113.5

 179.2

 29

KIM Hyun- Ki 

KOR 

 113.5

 101.0

 176.1

 30

HAUTAMÄKI Matti 

FIN 

 113.0

 99.0

 164.6

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