Mo, 22. Jänner 2018

Darwin Awards

22.01.2008 16:35

Dümmste Todesfälle des Jahres gekürt

Jahr für Jahr werden mit den „Darwin Awards“ die dümmsten Todesfälle gekürt. Der Gewinner 2007 ist ein Texaner, der drei Liter Sherry konsumierte – über einen Einlauf. Platz zwei geht an ein Paar, das beim Sex vom Dach gestürzt ist.

Der Texaner mit Namen Michael hatte eine ungewöhnliche Vorliebe: Er "genoss" hochprozentige Getränke via Darmspülung. Er hatte herausgefunden, dass die Wirkung der Spirituosen so ungleich stärker ist als beim gewöhnlichen Trinken, da der Darm den Alkohol direkt absorbieren kann und nicht erst den „Umweg“ durch den restlichen Verdauungstrakt gehen muss. Laut seiner Frau sei Michael „süchtig“ nach solchen Einläufen gewesen. Im Mai 2004 übertrieb es der 58-jährige Texaner allerdings: Nachdem er sich zwei 1,5-Liter-Flaschen Sherry verabreicht hatte, wurde er bewusstlos und starb. In seinem Blut wurden nach seinem Tod 4,7 Promille gemessen...

Zweiter Platz: Beim Sex verunglückt
Nur knapp auf den zweiten Platz verwiesen wurde ein Paar aus dem US-Bundesstaat South Carolina: Die beiden wurden nackt und eng umschlungen tot aufgefunden. Die ratlose Polizei fand kein Anzeichen für die Todesursache der beiden, bis sie auf dem steilen Dach des nächstgelegenen Hauses auf die abgelegten Kleider der Verstorbenen stieß. Sie waren beim Liebesspiel abgerutscht und in die Tiefe gefallen...

Dass die beiden 21-Jährigen ihren Tod nicht nur durch eine ungewöhnlich dumme Aktion fanden, sondern auch noch im Zuge des „Reproduktionsaktes“ starben, passt natürlich besonders gut zu dem nach dem Entwickler der Evolutionstheorie benannten Preis.

Die Top Ten der "Darwin Awards" findest du in der Infobox.

„Fehlanwendung der Urteilskraft“
Dass Michael dachte, er könne problemlos den Alkohol von drei Litern Sherry in sein Blut aufnehmen, machte ihn posthum zum „Darwin Awards“-Preisträger 2007. Auch die meisten seiner Vorgänger erhielten den seit 1993 jährlich von der Molekularbiologin Wendy Northcutt vergebenen Titel posthum, denn das „Ausscheiden aus dem Genpool“ ist eines der Kriterien für die Nominierung. Und aus dem Genpool der menschlichen Spezies scheidet man eben nur durch Tod oder Unfruchtbarkeit aus...

Neben einer außergewöhnlich dummen Fehleinschätzung der Situation gehören auch Selbstverschulden, die eigene Zurechnungsfähigkeit sowie die Nachweisbarkeit des Ereignisses zu den Kriterien für eine Nominierung. Wer also sonst bei Sinnen ist, sich aber aus eigener Schuld und durch eine äußerst dämliche Aktion selbst sterilisiert oder umbringt, der hat gute Chancen selbst zum Gewinner der „Darwin Awards“ zu werden.

Umstrittene Preisverleihung
Natürlich sind die „Darwin Awards“ nicht ganz unumstritten. In den 80er-Jahren als makabrer Scherz von Biologiestudenten erfunden, erlangten sie schnell Kultstatus und werden seit 1993 von Wendy Northcutt weltweit vermarktet. Neben der von ihr verwalteten Homepage (siehe Infobox) und einer Reihe Büchern gibt es bereits einen Film mit demselben Titel. 2006 feierte dieser prominent besetzte Streifen (unter anderem mit Winona Ryder und David Arquette in tragenden Rollen) seine Premiere.

Doch es gibt auch zahlreiche kritische Stimmen, die die Auszeichnung einfach nur pietätlos finden. So wurde die durch die Vermarktung der skurrilen Unfälle reich gewordene Northcutt wiederholt gebeten, die Beschreibungen der trotz aller unfreiwilligen Komik tragischen Schicksale wieder von ihrer Webseite zu tilgen. Doch die 45-Jährige weigert sich beharrlich und führt weiterhin Buch über die ihrer Meinung nach dümmsten Todesfälle.

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