Sa, 21. April 2018

Anti-Erderwärmung

09.10.2007 07:59

Klimawandel-Gegner in Wien

Der tschechische Präsident Vaclav Klaus hat in einer regelrechten „Brandrede“ Wien die weit verbreitete These einer durch Menschen verursachten globalen Erderwärmung heftig angezweifelt. „Ich glaube einfach nicht, dass der Beitrag der Menschen statistisch signifikant ist“, betonte das Staatsoberhaupt am Montagabend bei einem Vortrag des Hayek-Instituts. Maßnahmen gegen den Klimawandel würden daher wenig bringen, aber viel kosten. Und: Die globale „Erderwärmungs-Hysterie“ gefährde die Freiheit und den Wohlstand des Individuums.
Klaus erklärte, dass die Debatte über einen künftigen Klimawandel in großem Ausmaß nicht wissenschaftlich fundiert sei. Denn es gebe keinen wissenschaftlichen Konsens in der Frage. Die These der Klimaerwärmung basiere dagegen auf Spekulationen. Er bezeichnete diese als Ideologie des „Environmentalismus“, wobei der „Schutz der Umwelt vor und über der Freiheit“ des Individuums stehe. Nicht der Klimawandel, sondern der „Environmentalismus“ sei daher die eigentliche Gefahr.

Wie auch Ende September vor der UNO in New York präsentierte Klaus in Wien die Ansicht, dass der Temperaturanstieg in den vergangenen Jahren, Jahrzehnten und Jahrhunderten im historischen Kontext sehr gering sei. Die Auswirkung auf den Menschen sei „im Grunde geringfügig“. Personen, die in Küstenregionen oder in der Nähe von Flussufern leben, müssten sich der Gefahr von möglichen Überschwemmungen einfach bewusst sein. „So etwas kann passieren.“ Außerdem sei der Mensch in der Lage, sich auf verschiedenste klimatische Bedingungen einzustellen und „das zu überleben“.

„Keine radikalen Maßnahmen“ seien daher notwendig, so Klaus, der schlussfolgerte: „Immer mit der Ruhe.“ Klaus beschwerte sich auch darüber, dass sein Vortrag vom Hayek-Institut mit dem Titel „Climate changes and sustainable development“ angekündigt wurde. „Nachhaltige Entwicklung gehört nicht zu meinem Wortschatz.“ S. Fred Singer, emeritierter Professor für Umwelttechnik und Chef des US-Instituts Science & Environmental Policy Project, bezweifelte in seinem Statement die Erderwärmung zwar nicht. Aber: „Ein wärmeres Klima ist für die Menschheit besser als ein kaltes“, sagte er und äußerte sein Unverständnis darüber, warum so viele Menschen „Angst“ davor hätten.

Singer habe sich gemeinsam mit internationalen Wissenschaftern die Daten des UNO-Klimarates IPCC angesehen und sei zu ganz anderen Schlüssen gekommen: „Der Klimawandel ist durch die Natur verursacht, wahrscheinlich durch die Sonne.“ Alle Maßnahmen wie Richtlinien zur Energieeinsparung oder CO2-Steuern seien daher „sinnlos, unnötig und kontraproduktiv im Sinne der persönlichen Freiheit“.  Auch Weltraumexperte und Ökonom Klaus P. Heiss, der wie Singer US-Amerikaner mit österreichischen Wurzeln ist, plädierte für einen „vernünftigen Umgang mit Freiheit“ und sprach sich gegen „zentralistische Diktate“ aus. Seit 1998 sei die Temperatur nicht - wie vom IPCC vorhergesagt - gestiegen, sondern um 0,4 Grad gesunken. Auch sei es etwa im Jahr 1934 heißer als 1998 gewesen. „Man muss verschiedene Meinungen akzeptieren.“

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