Di, 24. April 2018

Zum Abschied

15.01.2018 23:04

"Ja, es sind Fehler passiert!"

Die große Abrechnung - sie blieb am Montag aus. Sehr gefasst trat LR Hans Mayr um kurz nach 16 Uhr vor die Medienvertreter im Sitzungszimmer des Chiemseehofs - jener Ort, den er schon so oft für Pressekonferenzen gewählt hatte. Es sollte an diesem Tag nicht nur seine kürzeste, sondern auch seine letzte werden.

Die Nachricht über den bevorstehenden Rücktritt machte bereits seit dem Vormittag die Runde - entsprechend hoch war die Aufmerksamkeit als dann für 16 Uhr Mayrs Erklärung angekündigt war.

Mit Monatsende legt Mayr sein Amt zurück

Allein war der gebeutelte Landesrat bei seinem bisher wohl schwersten Gang in seiner turbulenten politischen Laufbahn jedenfalls nicht: Seine engsten Mitarbeiter hatten sich ebenfalls im Sitzungszimmer versammelt, um ihrem Chef beizustehen. Auch eine Delegation seiner SBG-Partei war vor Ort sowie Mayrs Anwalt Ägidius Horvatits, der schweigend auf einem der hinteren Plätze das Geschehen verfolgte. Auch seine ältere Tochter Stefanie war gekommen und stand mit ernster Miene während der rund achtminütigen Erklärung eng an der Seite ihres Vaters. "Mit ganz großer Begeisterung bin ich Politiker für meine Mitbürger", eröffnete er, um dann zum eigentlichen Thema überzuleiten: "Doch die Arbeit für Salzburg leidet seit einigen Wochen darunter, dass ich in meiner Funktion als Obmann der SBG massiven Angriffen ausgesetzt bin." Daher sei es ihm nicht mehr möglich, seine Amtsgeschäfte entsprechend zu führen. Er habe deswegen LH Wilfried Haslauer informiert, dass er zum 30. Jänner seine Regierungsaufgaben zurücklegen wird. "Mir ist es allerdings wichtig, dass bis dahin alle Rechnungsabschlüsse der SBG lückenlos vorliegen", betonte er.

Er sichert volle Aufklärung zu

Sein jetziger Rücktritt sei "kein Schuldeingeständnis", es sei vielmehr der Versuch, der Regierung wieder Raum zum Arbeiten zu geben und den Druck von ihm, seiner Familie und seinen Mitarbeitern zu nehmen.

Druck sei einfach zu groß geworden

Ungewohnt selbstkritisch merkte Mayr an, dass er auch Fehler gemacht habe - bezog sich dabei allerdings nicht auf die ausstehenden Rechnungshofberichte oder die Spenden aus der Baubranche: "Was passiert ist, sind Fehler in der Kommunikation und dafür übernehme ich auch die Verantwortung", sprachs und verließ eilig wieder das Geschehen. Haslauer und Rössler zeigten "Verständnis" für den Rücktritt. Die 2013 noch bejubelte Gugelhupf-Koalition war damit gegessen. Was bleibt ist ein fader Nachgeschmack.

Anna Dobler, Kronen Zeitung

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