So, 17. Dezember 2017

Große Ungewissheit

10.11.2017 15:30

Pleiten-Herbst sorgt für Zittern um fast 1300 Jobs

Vor der Einfahrt zur Werkstatt hatte sich schon eine Schlange gebildet! Am Tag nach Bekanntwerden der Pleite von vier Reifen-Bruckmüller-Firmen war der Andrang gestern früh am Standort in Linz groß wie immer. Bruckmüller ist die vierte Großinsolvenz innerhalb von 70 Tagen. Der Pleiten-Herbst bedroht fast 1300 Jobs.

Reifen Bruckmüller: Ein Schuldenberg in Höhe von 51,49 Millionen Euro ist da, obwohl in den letzten Jahren 30 Millionen Euro an Verbindlichkeiten abgebaut worden sein sollen! Nach der Insolvenz von vier Firmen des Reifenhändlers - wir berichteten - fragen sich viele zuerst: "Wie konnte das passieren?" Und dann: "Muss ich mir Sorgen um meine eingelagerten Reifen machen?" 111 Mitarbeiter zittern um ihre Jobs, der Großteil der Beschäftigten hat kein Weihnachtsgeld erhalten. Am Tag nach Einbringen der Sanierungsanträge lief gestern der Betrieb an allen Standorten weiter, jene in Linz und Leonding sind ja etwa von der Insolvenz nicht betroffen. Bei den Kunden ist aber auch dort eine Verunsicherung spürbar.

Wozabal: Ende August wurde bei sechs Firmen des Wäschereinigers aus Enns mit 800 Beschäftigten Insolvenz angemeldet. Ob die Sanierung geschafft wird, ist offen - wir berichteten. Die Hausbanken stehen für die Finanzierung nicht zur Verfügung. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf über 51 Millionen Euro.

Fill Metallbau: Schulden in Höhe von 31 Millionen Euro ließen die Innviertler Anfang Oktober in die Zahlungsunfähigkeit schlittern. Projekte in England wurden dem Unternehmen zum Verhängnis - wir berichteten. Einige der 238 Beschäftigten verließen Fill, der Rest wartet auf Klarheit.

Imperial: Die Kapitalbeteiligungsgesellschaft aus Linz reichte für sich und fünf weitere Firmen Ende Oktober einen Sanierungsantrag ein. Donnerstag fiel die Entscheidung, dass alle Unternehmen fortgeführt werden. Einige Bereiche werden geschlossen, zehn der 132 Beschäftigten verlieren damit ihre Jobs.

Barbara Kneidinger, Kronen Zeitung

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