Mo, 11. Dezember 2017

US-Abhöranlage

07.11.2017 17:37

Niki Lauda kauft "NSA-Villa" um 6,9 Millionen Euro

Die sagenumwobene "NSA-Villa" in Wien-Währing hat einen neuen Besitzer: Die Pötzleinsdorfer Villa, von der aus angeblich 70 Prozent des Telekommunikationsverkehrs in Wien überwacht wurde, wurde laut einem Medienbericht an den dreifachen Formel-1-Weltmeister Niki Lauda verkauft. Für das Grundstück mit Villa sowie ein Nebengebäude und kleinere Hütten flossen netto 6,9 Millionen Euro.

"'Wiens aufregendste Immobilie' wurde zu einem stattlichen Preis verkauft", berichtete die "Presse" am Dienstagabend über den Deal. Konkret wird laut dem Zeitungsbericht die PSL 126 Immobilien GmbH als Käuferin des 4782 Quadratmeter großen Areals in der Pötzleinsdorfer Straße angegeben.

Die Firma gehört zu 100 Prozent der Privatstiftung Lauda - Stifter: Lauda Andreas Nikolaus, also Niki Lauda, zeigt der Firmencompass. Verkäuferin: "Vereinigte Staaten von Amerika mit der Geschäftsanschrift Botschaft der USA, Boltzmanngasse 15, 1090 Wien". Die Botschaft besaß das Gebäude seit Anfang der 1970er-Jahre.

Villa sorgte 2013 für Wirbel in Österreich
Vor etwas mehr als vier Jahren hatte die Pötzleinsdorfer Villa für gehörigen Wirbel in Österreich gesorgt. Das schlossartige Gebäude mit Park war in den Blickpunkt des Interesses geraten, nachdem es unter anderem vom früheren Grün-Politiker Peter Pilz als NSA-Sitz "geoutet" wurde.

Die NSA betreibe in der Pötzleinsdorfer Villa eine Art Horchposten, hieß es damals, weshalb das Gebäude schließlich den Beinamen "NSA-Villa" verpasst bekam. 70 Prozent des Wiener Telekommunikationsverkehrs würde dort abgehört, so der Vorwurf. Die US-Botschaft wies dies stets entscheiden zurück. In dem Gebäude seien öffentlich zugängliche Informationen aus aller Welt gesammelt, übersetzt und ausgewertet worden, wurde versichert.

"Spaziergänger" dokumentierten Erlebnisse vor Villa
Dennoch kam es zu zivilgesellschaftlichen "Spaziergängen" zur Villa. Laut Einträgen in diversen sozialen Netzwerken und Blogs war die Villa in Wien-Währing bereits das Ziel vieler "Spaziergänger", die ihre Erlebnisse mit Polizisten und Sicherheitsleuten der US-Botschaft beschreiben, von denen sie angehalten und zur Ausweisleistung aufgefordert wurden.

Das Prunkstück war letztlich eine von drei bekannten US-Spionageeinrichtungen, die in Österreich existierten - neben einer Anlage auf dem Dach der US-Botschaft in Wien-Alsergrund und auf jenem des IZD-Towers in Wien-Donaustadt gegenüber der UNO-City. Das Special Collection Service (SCS) des US-Geheimdienstes NSA soll der Betreiber der Pötzleinsdorfer Anlagen gewesen sein.

"Die Einrichtung der US-Regierung in Pötzleinsdorf wird 2017 geschlossen", hieß es von der Botschaft heuer im Februar. Das in der Villa untergebrachte "Open Source Center" übersiedle nach London. Damals war noch offen, wie die weiteren Pläne der USA mit der Villa aussehen. Offensichtlich ging es um einen Verkauf - und Lauda griff zu ...

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